
Trump verlängert Waffenruhe – Hisbollah-Verstöße provozieren Israels Reaktion
JERUSALEM, 26.04.2026 (NH) – US-Präsident Donald Trump hat eine dreiwöchige Verlängerung der ohnehin fragilen Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon angekündigt, offenbar um den Weg für ein mögliches Friedensabkommen zu ebnen. Doch während Washington diplomatische Lösungen vorantreibt, kommt es weiterhin zu Zwischenfällen. Aus dem Libanon abgefeuerte Raketen und Drohnen setzen den Norden Israels unter Druck. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu reagierte am Samstagabend mit der Anordnung militärischer Gegenschläge.
Diplomatische Bemühungen im Weißen Haus
In einer Erklärung über sein Netzwerk Truth Social teilte Trump mit, die Waffenruhe werde um drei Wochen verlängert. Vorausgegangen sei ein „ausgezeichnetes Treffen“ im Weißen Haus mit hochrangigen Vertretern beider Seiten. Trump äußerte die Hoffnung, noch in diesem Jahr Fortschritte hin zu einem dauerhaften Frieden zu erzielen, und sprach von einem „historischen Moment“. Das Ziel des US-Präsidenten ist es, den Libanon von der „bösartigen Einflussnahme“ der Hisbollah zu befreien und das Land gemeinsam mit Israel in eine Ära der Sicherheit zu führen. Der israelische Botschafter in den USA, Jechiel Leiter, erklärte, Israel sehe im Libanon grundsätzlich einen möglichen Partner, der jedoch derzeit als „Geisel“ der iranisch unterstützten Hisbollah fungiere. Israel behalte sich im Rahmen der Vereinbarung das Recht auf Selbstverteidigung vor.
Systematische Brüche der Waffenruhe durch die Hisbollah
Trotz der diplomatischen Signale kam es kurz nach Mitternacht erneut zu Raketenbeschuss. Vier Geschosse wurden aus dem Libanon auf die Region Shtula in Westgaliläa abgefeuert und von der israelischen Luftabwehr abgefangen. Opfer wurden nicht gemeldet. Dies war jedoch nur einer von zahlreichen eklatanten Verstößen innerhalb kürzester Zeit. Nach israelischen Angaben folgten weitere Angriffe, darunter Drohneneinsätze und Panzerabwehrraketen auf militärische Stellungen. Auch ein versuchter Abschuss eines israelischen Flugzeugs wurde berichtet, blieb jedoch erfolglos. Die Vorfälle unterstreichen die Instabilität der Lage und belasten die Waffenruhe erheblich. Parallel dazu meldete das Sheba-Krankenhaus den Tod der 11-jährigen Nesia Karadi, die ihren schweren Verletzungen durch einen früheren iranischen Raketenangriff erlag. Ein tragisches Symbol für den Preis, den die israelische Zivilbevölkerung zahlt.
Netanjahus Befehl zur entschlossenen Verteidigung
Angesichts der anhaltenden Provokationen und der Unfähigkeit der libanesischen Regierung, die Hisbollah im Süden des Landes zu kontrollieren, hat Premierminister Benjamin Netanjahu nun ein klares Signal der Stärke gesendet. Nach einer Sicherheitsbewertung am Samstagabend erteilte er dem Militär den Befehl, Hisbollah-Ziele im Libanon mit „voller Kraft“ anzugreifen. In einer Videoansprache erklärte Netanjahu, Israel habe zwar einen Prozess für einen historischen Frieden begonnen, die Hisbollah versuche jedoch aktiv, diesen zu sabotieren. „Wir behalten uns die volle Handlungsfreiheit gegen jede Bedrohung vor“, betonte er. Die israelische Armee reagierte bereits am Wochenende mit Präzisionsschlägen gegen Abschussrampen und Terror-Infrastruktur, wobei mindestens 15 Hisbollah-Terroristen eliminiert wurden. Verteidigungsminister Israel Katz bekräftigte, Israel sei bereit, von der Verteidigung zur Offensive überzugehen, um die Grundlagen des Terrors endgültig zu beseitigen.
Titelbild: Auf Hisbollah-Provokationen folgt ein Militärschlag: Rauch und Flammen steigen während eines israelischen Militäreinsatzes im Süden des Libanon auf. Foto: Ayal Margolin/Flash90