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Bevölkerung im Norden Israels unter Dauerbeschuss – Historisches Erbe in Nahariya getroffen

JERUSALEM, 12.04.2026 (NH) – Während ein Waffenstillstand mit dem Iran in großen Teilen des Landes vorübergehend für relative Ruhe sorgt, ist die Zivilbevölkerung im Norden Israels seit Tagen anhaltendem Raketen- und Drohnenbeschuss durch die Hisbollah aus dem Libanon ausgesetzt. Bewohner von Grenzorten wie Metula, Kiryat Shmona und Nahariya suchen teils im Stundentakt Schutzräume auf. Nun wurde auch ein bedeutendes Kulturerbe Ziel der Angriffe.

Terror aus der Luft – Zivilbevölkerung im Visier

Die Intensität der Hisbollah-Angriffe auf zivile Gebiete hat vor Ort deutlich zugenommen. In Kiryat Shmona kam es am Freitagabend zu mehreren Einschlägen ohne vorherige Warnung, da die Geschosse von der Luftabwehr offenbar nicht rechtzeitig erfasst wurden. Auch in Deir al-Asad schlug eine Rakete in ein Schulgebäude ein. Anwohner sprachen von einer Katastrophe. Wären Schüler oder Lehrkräfte vor Ort gewesen, hätte dies tödliche Folgen haben können.

In Misgav Am wurde ein Wohnhaus durch einen Direkttreffer schwer beschädigt. Eine 90-jährige Bewohnerin musste wegen eines Schocks medizinisch versorgt werden. Umfragen zufolge bewerten rund 70 Prozent der Bewohner Nordisraels die Sicherheitslage sowie das Krisenmanagement der Regierung als unzureichend. Ein normaler Alltag sei unter dem anhaltenden Beschuss nicht möglich.

Das Mosaik in der byzantinischen Kirche von Nahariya. Teile des historischen Erbes müssen durch herabfallende Splitter beschädigt worden sein. Foto: Israelische Altertumsbehörde

Ein Schlag gegen die Geschichte – byzantinische Kirche beschädigt

Ein besonders folgenschwerer Vorfall ereignete sich in Nahariya. Eine Hisbollah-Rakete traf die Überreste einer rund 1.400 Jahre alten byzantinischen Kirche. Das historische Bauwerk aus dem frühen 7. Jahrhundert war bereits im Jahr 614 während der persischen Eroberung zerstört worden und wurde 1964 wiederentdeckt. Beschädigt wurde insbesondere die Schutzkonstruktion über dem antiken Bodenmosaik. Das Dach war 1984 mit Unterstützung der deutschen Partnerstadt Bielefeld errichtet worden. Nach ersten Einschätzungen der israelischen Altertumsbehörde (IAA) blieb das Mosaik mit seinen mehr als 100 Medaillons, die Tier- und Menschendarstellungen zeigen, weitgehend intakt. Es wurde jedoch von Trümmern der beschädigten Schutzstruktur bedeckt. Experten wollen das genaue Ausmaß der Schäden untersuchen, sobald die Sicherheitslage dies zulässt.

Trotz diplomatischer Bemühungen und laufender Gespräche, unter anderem in Pakistan, setzt die Hisbollah ihre Angriffe unbeiirt fort. Die israelische Armee reagierte mit Luftangriffen auf mehr als 200 Ziele im Südlibanon, darunter Abschussrampen und Infrastruktur der Organisation, um weiteren Beschuss zu verhindern.

Titelbild: Im Kibbuz Masada betrachten Kinder die Splitter einer iranischen Rakete. Nach dem massiven Beschuss durch das Mullah-Regime ist der Norden Israels nun anhaltenden Raketenangriffen der Hisbollah ausgesetzt. Foto: Ayal Margolin/Flash90

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