
Hamas-Terroristen trainieren in der Türkei – mit offiziellen Drohnenlizenzen und Schusswaffenübungen
JERUSALEM 10.05.2026 (LS) – Der israelische Staatsrundfunk KAN hat enthüllt, dass Hamas-Operateure in der Türkei systematisch militärisch ausgebildet werden – mit dem erklärten Ziel, diese Kämpfer anschließend für Angriffe auf Israel einzusetzen. Die Berichte werfen ein neues Schlaglicht auf die seit Jahren bestehende, aber weitgehend geduldete Hamas-Infrastruktur in dem NATO-Mitgliedsstaat.
Hamas in Zivil in türkischen Schießclubs
Hamas-Terroristen führen laut KAN-News in der Türkei regelmäßig Trainingseinheiten durch. Die Operateure, die in Zivilkleidung auftreten, nehmen an Kursen in öffentlichen Schießclubs teil, wo sie in Kleinwaffeneinsatz und taktischen Manövern geschult werden. Darüber hinaus absolvieren sie eine Drohnenausbildung und erhalten dabei offizielle türkische Drohnenpilotlizenzen.
Türkische Behörden haben bis jetzt nicht öffentlich auf die Vorwürfe reagiert. Ankara erkennt Hamas nicht als Terrororganisation an und unterhält politische Kontakte zur Gruppe – mit der Begründung, dies sei Teil seiner Position zur palästinensischen Frage.
Laut dem KAN-Bericht sollen die Hamas-Operateure nach Abschluss ihrer Ausbildung in den Libanon, nach Jordanien und ins Westjordanland verlegt werden – Gebiete, die als potenzielle Fronten für künftige Konflikte mit Israel eingestuft werden.
Geldwäsche, Rekrutierung und ein Muster der Straflosigkeit
Die Enthüllung reiht sich in ein etabliertes Muster ein. Im Dezember 2025 hatten die israelische Armee (IDF) und der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet ein iranisch finanziertes Hamas-Geldwäschenetzwerk in der Türkei aufgedeckt. Laut IDF betreiben in der Türkei lebende ehemalige Gazabewohner das Netzwerk über lokale Finanzinstitutionen und transferieren dabei Hunderte von Millionen Euro – direkt verbunden mit dem Iran und der Hamas-Führung.
Erst Ende April hatte der Shin Bet ein Hamas-Terrornetzwerk im Westjordanland ausgehoben, das von dem in der Türkei lebenden Hamas-Operateur Mahmud Radwan gesteuert wurde. Radwan war 2025 im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freigelassen und in die Türkei abgeschoben worden – und rekrutierte von dort aus neue Terroristen.
Die Türkei stellt damit nicht nur einen sicheren Hafen für Hamas-Führungskader dar, sondern entwickelt sich zunehmend zu einem aktiven Ausbildungs- und Finanzierungszentrum des Terrorismus – mitten in einem NATO-Mitgliedsstaat, der theoretisch denselben Sicherheitsverpflichtungen unterliegt wie die USA und Deutschland. Israel hat die Verbündeten wiederholt auf diesen Widerspruch hingewiesen – mit bislang überschaubaren Konsequenzen für Ankara.
Titelbild: Hamas-Kämpfer mit Drohnen und Gewehren. Foto: Attia Muhammed/Flash90