
Israel und VAE: Geheimallianzen und Besuch der Geheimdienstchefs – Generalstabschef Zamir beurteilt die Lage des Militärs mit klarer Botschaft
JERUSALEM 14.05.2026 (LS) – Die Enthüllungen über die tiefe israelisch-emiratische Zusammenarbeit während der Operation „Brüllender Löwe“ reißen nicht ab. Geheimdienstchefs reisten angeblich heimlich nach Abu Dhabi und sogar Premierminister Benjamin Netanjahu soll die UAE besucht haben. Generalstabschef Eyal Zamir bestätigt, die israelische Armee (IDF) sei an allen Fronten voll einsatzfähig.
Barnea und Zini in Abu Dhabi – koordinierte Angriffe auf den Iran
Mossad-Chef David Barnea besuchte die VAE im März und April mindestens zweimal zu Treffen mit hochrangigen emiratischen Offiziellen. Die Begegnungen, die weder Israel noch die VAE offiziell bestätigten, dienten laut dem Wall Street Journal der Koordination zwischen Jerusalem und Abu Dhabi. Die Zusammenarbeit umfasste demnach abgestimmte Angriffe auf den Iran, Geheimdienstkooperation, die Erkennung und Abfangung iranischer Raketen und Drohnen sowie die gemeinsame Auswahl iranischer Ziele.
Auch der Chef des Inlandsgeheimdienstes Shin-Bet, David Zini, besuchte die VAE in den vergangenen Wochen, um die Koordination zwischen den israelischen Geheimdiensten und den emiratischen Sicherheitsdiensten zu vertiefen, berichtete der israelische Staatssender KAN.
Das Wall Street Journal berichtete zudem, die VAE hätten im Frühjahr selbst heimliche Militärschläge gegen iranische Ziele durchgeführt – darunter einen Angriff auf eine Raffinerie auf der iranischen Insel Lavan im Persischen Golf, der sich um den Zeitpunkt von Trumps Waffenstillstandsankündigung ereignet haben soll. Abu Dhabi hat diese Schläge öffentlich nie bestätigt.
US-Botschafter Mike Huckabee bestätigte bei einer Konferenz der Universität Tel Aviv das Ausmaß der Zusammenarbeit: „Schauen Sie sich die Vorteile an – Israel hat ihnen Iron-Dome-Batterien und Personal zu deren Bedienung geschickt. Warum? Weil es eine außerordentliche Beziehung zwischen den VAE und Israel gibt.“
Zusätzlich hatte das Büro des Premierministers am Mittwoch veröffentlicht, Netanjahu selbst sei ebenfalls während der Operation „Brüllender Löwe“ in die Emirate gereist, um Präsident Mohammed bin Zayed zu treffen. Das emiratische Außenministerium bestritt die Nachricht eines Treffens jedoch kurze Zeit später.
Generalstabschef Zamir: „Kein Einfrieren – nur Initiative“
Hinsichtlich der Vorbereitung der israelischen Armee gab Generalstabschef Eyal Zamir bei einer Lagebeurteilung im nördlichen Samaria eine klare Aussage ab. „Die IDF ist bereit, die Kämpfe bei Bedarf wieder aufzunehmen, und befindet sich in einem Zustand ständiger Bereitschaft für defensive und offensive Aktivitäten – von Judäa und Samaria bis Teheran“, erklärte Zamir. Er betonte, die IDF operiere in mehreren Arenen gleichzeitig– im Libanon nahe dem Litani-Gebiet, in Gaza und in Judäa und Samaria. Sein Grundsatz lautet: „Es gibt kein Einfrieren – nur Initiative.“

Die Botschaft ist eindeutig: Trotz Waffenstillstand, stockender Verhandlungen und diplomatischer Bemühungen in Islamabad, Maskat und Moskau bleibt Israel an allen Fronten in erhöhter Alarmbereitschaft.
In Alarmbereitschaft sind derzeit auch die Golfländer. Saudi-Arabien, das bislang offiziell geschwiegen hatte, führte laut Reuters ebenfalls mehrere geheime Vergeltungsschläge gegen den Iran durch – als Reaktion auf iranische Angriffe auf das Königreich während des Krieges. Der Nahe Osten ordnet sich neu – im Verborgenen, aber mit weitreichenden Folgen.
Titelbild: Mossad-Chef David (Dadi) Barnea (links) und Shin-Bet-Chef David Zini (rechts). Foto: Chaim Goldberg/Flash90