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Israels Resilienz unter Druck – warum Kriegsstress die Raucherzahlen steigen lässt

JERUSALEM, 01.06.2026 (NH) – Am 31. Mai ist weltweit der Weltnichtrauchertag zelebriert worden. In Israel kam dem Datum in diesem Jahr eine besondere Bedeutung zu. Während das Land weiterhin vor erheblichen sicherheitspolitischen Herausforderungen steht, zeigen neue Daten der Israel Cancer Association einen besorgniserregenden Trend. So ist die Raucherquote unter Erwachsenen innerhalb eines Jahres von 20 auf 24 Prozent gestiegen. Der Anstieg scheint eng mit den außergewöhnlichen Belastungen verbunden zu sein, denen die israelische Gesellschaft in den vergangenen Kriegsjahren ausgesetzt war.

Zwischen Raketenalarm und Zigaretten

Zwischen 37 und 40 Prozent der befragten Raucher gaben an, aufgrund von Stress, Angstzuständen oder der angespannten Sicherheitslage mit dem Rauchen begonnen, nach einer Pause wieder damit angefangen oder ihren Tabakkonsum erhöht zu haben. Besonders häufig nannten die Befragten die Zeit militärischer Auseinandersetzungen, darunter auch den Krieg gegen den Iran unter dem Operationsnamen „Brüllender Löwe“.

In einer Gesellschaft, die seit Jahren mit Raketenangriffen, Terrorbedrohungen und Kriegen konfrontiert ist, suchen viele Israelis in der Zigarette einen vermeintlichen Moment der Ruhe. Die Entwicklung verdeutlicht die psychologische Belastung, die das Leben unter dem anhaltenden Sicherheitsdruck mit sich bringt. Die Auswirkungen des Konflikts auf das Rauchverhalten zeigen sich sogar in potenziell lebensbedrohlichen Situationen. Laut den Umfragen gaben 23 Prozent der Raucher an, Schutzräume verzögert aufgesucht zu haben, weil sie zunächst ihre Zigarette zu Ende rauchen mussten. Weitere 17 Prozent berichteten, unmittelbar nach einem Raketen-Vorwarnsignal das dringende Bedürfnis verspürt zu haben, sofort eine Zigarette anzuzünden. 31 Prozent griffen direkt nach dem Verlassen eines Schutzraums zu Tabakprodukten. Die Zahlen deuten darauf hin, dass Rauchen in Krisenzeiten für viele Israelis nicht nur eine Gewohnheit, sondern eine, wenn auch gesundheitsschädliche, Strategie zur Bewältigung von Stress und Trauma geworden ist.

Bevölkerung sucht Wege in eine gesündere Zukunft

Trotz dieser Entwicklung bleibt die Bereitschaft zur Veränderung hoch. Insgesamt 76 Prozent der Raucher äußerten den Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören, während 72 Prozent angaben, den Einstieg in den Tabakkonsum zu bereuen. Die israelische Regierung und Gesundheitsorganisationen verstärken daher ihre Präventionsbemühungen. Dazu gehören strengere Vorschriften, wie etwa die Ausweitung grafischer Warnhinweise auf Tabakprodukten ab kommenden August sowie der Abbau von Steuervergünstigungen für Tabakimporte.

Während Israel weiterhin mit Sicherheitsherausforderungen konfrontiert ist, bleibt der Schutz der öffentlichen Gesundheit ein zentrales Anliegen. Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass Resilienz nicht nur an den Grenzen des Landes gefragt ist, sondern auch im Umgang mit den psychologischen Folgen von Krieg und Terror.

Titelbild: Schon heute schrecken Warnhinweise wie „Zigaretten führen zu Schlaganfällen und Herzkrankheiten“ auf Tabakverpackungen viele Verbraucher ab. In den kommenden Monaten sollen die Warnhinweise weiter verschärft werden. Foto: David Cohen/Flash90

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