
Landesweite Raketenalarme schicken israelische Bevölkerung in Schutzräume
JERUSALEM 08.06.2026 (LS) – Iranische Raketenangriffe auf Israel über Nacht und am frühen Morgen haben landesweite Raketenalarme ausgelöst. Das iranische Regime gab als Grund für den Raketenbeschuss den israelischen Angriff auf Dahiye in Beirut an, den die israelische Luftwaffe nach anhaltenden Angriffen der Hisbollah auf Israels Norden durchgeführt hatte. Die Terrorgruppe hatte den von US-Präsident Donald Trump ausgehandelten Waffenstillstand vom 1. Juni ignoriert. Trump forderte Premierminister Benjamin Netanjahu auf, keine Gegenschläge durchzuführen. Doch die israelische Luftwaffe führte am frühen Montagmorgen Angriffe auf Ziele im Westen und Zentrum von Iran durch.
Israel fängt Raketen ab – Iran schließt Luftraum
Rund zehn iranische Raketen wurden kurz nach 22 Uhr auf Nordisrael abgefeuert und lösten im gesamten Norden Sirenen aus. Die Raketen wurden erfolgreich von Israels Verteidigungssystemen abgefangen. Die iranische Revolutionsgarde (IRGC) erklärte, die Angriffe seien eine Vergeltung für den israelischen Luftangriff auf Hisbollah-Kommandozentren in Beiruts Dahiye-Viertel am Sonntagnachmittag. Die IRGC bezeichnete das Ganze als „Warnung“ – mit der unmissverständlichen Ankündigung, eine umfassende Antwort auf alle US- und israelischen Ziele in der Region werde folgen, sollten weitere „Aggressionen“ stattfinden.
Schulen wurden landesweit geschlossen, das Heimatfrontkommando beschränkte Freiluftveranstaltungen auf 50 Personen, und Krankenhäuser wurden angewiesen, den Betrieb in ihre unterirdischen Schutzräume zu verlagern. Der Iran sowie Irak und Syrien und mehrere andere Länder schlossen zeitweise ihren Luftraum.
Trump: „Jeder hatte seinen Spaß – wir brauchen keinen weiteren“
Präsident Trump meldete sich umgehend. Gegenüber dem israelischen Kanal 12 erklärte er: „Die iranischen Angriffe haben niemanden verletzt. Hoffentlich wird Israel nicht zurückschlagen. Wenn Bibi zurückschlägt, geht es einfach weiter wie in den letzten 47 Jahren oder den letzten 3000 Jahren.“ Er fügte hinzu: „Ich rufe Bibi jetzt gleich an und sage ihm, er soll nicht zurückschlagen. Jeder hatte seinen Spaß – Israel hatte seinen Angriff und der Iran hatte seinen. Wir brauchen keinen weiteren.“
Gegenüber Fox News betonte Trump, er sei einem endgültigen Deal mit dem Iran „sehr nah“: „Ich würde sagen, eine Einigung könnte Montag, Dienstag oder Mittwoch dieser Woche unterzeichnet werden – und dann passiert das hier.“ Gegenüber der Financial Times ließ er an seinem Verhältnis zu Netanjahu keine Zweideutigkeit: „Er wird keine andere Wahl haben, als das Abkommen zu akzeptieren, das Washington möglicherweise mit dem Iran erreicht. Ich gebe die Richtung vor. Ich gebe alle Richtungen vor.“
Israel schlägt trotz Trumps Anweisung zurück – Jemen und Iran beschießen Israel
Netanjahu berief nach einem Telefonat mit Trump eine Beratungsrunde mit Israels höchsten Sicherheitsverantwortlichen ein. Gegen halb fünf Uhr morgens führte die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben ungefähr 15 gezielte Angriffe auf militärische Ziele des iranischen Regimes durch. Iranische Medien berichteten von Angriffen in der Hauptstadt Teheran, Isfahan sowie Karaj. Den Berichten zufolge wurde der internationale Flughafen Mehrabad in Teheran angegriffen. Explosionen waren in mehreren Gebieten zu hören. Al Jazeera berichtete, in Teheran sei ein Drohnenlager getroffen worden. Die israelischen Streitkräfte bestätigten heute Morgen außerdem Luftangriffe auf „mehrere Ziele“ im petrochemischen Komplex in der Region Mahshahr im Südwesten des Iran.
Um sechs Uhr Morgen heulten die Sirenen in Zentralisrael, nachdem die Huthi-Rebellen – Irans Stellvertreter im Jemen – eine Rakete auf israelisches Gebiet geschossen hatten. Eine Stunde später identifizierten die israelischen Verteidigungssysteme weitere Raketen, die aus dem Iran auf Israel abgefeuert wurden. Landesweit ertönten Raketenalarme und schickten Millionen Menschen in die Schutzräume.
Titelbild: Israelis suchen Schutz in einem öffentlichen Schutzraum in der nordisraelischen Stadt Haifa, 7. Juni 2026. Foto: Sharon Leibel/Flash90