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Klimaschutz: Israel schreibt die schrittweise Einführung nachhaltiger Flugkraftstoffe vor

TEL AVIV, 23.06.2026 (TPS/TM) – Ab 2028 müssen Fluggesellschaften in Israel schrittweise dem herkömmlichen Kerosin nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) beimischen. Das haben die Behörden heute bekannt gegeben.

Die Verordnung, vorgestellt von drei Behörden – dem Ministerium für Energie und Infrastruktur, dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Technologie sowie dem Nationalen Wissenszentrum für alternative Flugkraftstoffe (iSAF) – sieht eine Beimischquote von zunächst 2 Prozent vor, die bis 2053 stufenweise auf 70 Prozent steigen soll.

Teuer, aber klimafreundlich

SAF gilt als Schlüsseltechnologie zur Reduzierung von Treibhausgasen im Luftverkehr: Über den gesamten Lebenszyklus kann der Kraftstoff den Kohlendioxid-Ausstoß im Vergleich zu fossilem Kerosin um bis zu 80 Prozent senken. Er lässt sich aus organischen Rest- und Abfallstoffen gewinnen; synthetisches SAF entsteht durch Kombination von Kohlendioxid (aus der Luft oder Industrieabgasen) mit Wasserstoff, der mittels Ökostrom produziert wird. Diese Variante gilt langfristig als skalierbarer, da biogene Reststoffe mengenmäßig begrenzt sind. Allerdings ist SAF derzeit noch deutlich teurer als fossiles Kerosin.

Israel orientiert sich damit an einer EU-Verordnung, die seit 2025 eine Mindestbeimischquote von 2 Prozent vorschreibt – mit dem Ziel, diesen Anteil bis 2050 stufenweise auf 70 Prozent zu steigern.

Israelische Vertreter betonten, dass die Luftfahrt weltweit zu den am schnellsten wachsenden Verbrauchssektoren für Treibstoff zählt. Prognosen zufolge könnte der jährliche internationale Passagierverkehr bis 2050 auf über acht Milliarden steigen – was den Druck auf die Branche erhöht, Emissionen durch alternative Kraftstoffe und Effizienzmaßnahmen zu senken. Am Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv, Israels wichtigstem Luftverkehrsknoten, wurden 2025 rund 19,2 Millionen Passagiere gezählt. Vor dem Krieg hatte der Flughafen in Spitzenjahren wie 2019 bereits mehr als 24 Millionen Passagiere abgefertigt.

Omer Shechter, Generaldirektor des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Technologie, sieht SAF als Teil einer nationalen Energie-Innovationsstrategie: „Nachhaltiger Flugkraftstoff ist nicht einfach eine weitere Umwelttechnologie. Er ist einer der wichtigsten Wege, um die Luftfahrt in eine sauberere, verantwortungsvollere und nachhaltigere Zukunft zu führen – ohne die Konnektivität zu beeinträchtigen, auf die die moderne Welt angewiesen ist.“

Emissionen gering, aber wachsend

Professor Alon Greenberg von der Technion-Universität in Haifa räumte ein, dass der Luftverkehr zwar nur einen geringen Anteil an den globalen Gesamtemissionen hat, dieser jedoch stark zunehme: „Die Luftfahrtindustrie ist für einige Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich, aber sie wächst rasant. Klimaneutralität ist unerlässlich. Wir können es uns nicht leisten, nicht zu handeln.“

Präsentiert wurde die Strategie auf der zweiten Jahreskonferenz für nachhaltige Flugkraftstoffe in Tel Aviv. Im Rahmen der Veranstaltung wurden acht Forschungsstipendien vergeben – für Projekte aus Bereichen wie Kohlenstoffreduktion, Katalyse, Computermodellierung und Materialwissenschaften.

Titelbild: Flugzeuge der israelischen Gesellschaft El Al am Ben-Gurion-Flughafen. Foto: Eitan Elhadez-Barak/TPS

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