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Erdgas-Suche im Mittelmeer: Israel öffnet neue Blöcke

JERUSALEM, 07.07.2026 (DR) – Israels Energieminister Eli Cohen hat am Montag ein neues Ausschreibungsverfahren für die Exploration von Erdgas in Israels Wirtschaftszone im Mittelmeer vorgestellt. Fünf neue Blöcke mit einer Gesamtfläche von rund 7.100 Quadratkilometern sollen dafür geöffnet werden, teilte das Energie- und Infrastrukturministerium mit.

Nach Schätzungen des Ministeriums könnten in Israels ausschließlicher Wirtschaftszone noch mehrere Hundert Milliarden Kubikmeter Erdgas unentdeckt sein. Ihre Erschließung solle die Versorgung des heimischen Marktes langfristig sichern, den Wettbewerb erhöhen, die Staatseinnahmen steigern und die Strompreise für israelische Verbraucher senken.

Cohen: Erdgas als strategischer Vermögenswert

Cohen bezeichnete Erdgas als „strategischen Vermögenswert“, der Israels wirtschaftliche und diplomatische Stellung international und besonders im Nahen Osten stärke. Seine Politik ziele darauf ab, weitere internationale Energiekonzerne für Investitionen in Israel zu gewinnen, die Erdgasförderung auszuweiten und die Versorgung sowohl für den heimischen Markt als auch für den Export sicherzustellen.

Israel habe bislang mehr als 30 Milliarden Schekel (umgerechnet rund 8,7 Milliarden Euro) direkte Einnahmen aus dem Gassektor erzielt, so das Ministerium. In den kommenden 30 Jahren könnten daraus mehrere Hundert Milliarden Schekel werden.

Milliarden-Exportdeal mit Ägypten

Bereits zuvor seien sechs Explorationslizenzen an ein Konsortium vergeben worden. Ihm gehören die staatliche aserbaidschanische Energiegesellschaft SOCAR, der britische Konzern BP sowie das israelische Unternehmen NewMed Energy an. In den kommenden Monaten sollen im Rahmen dieser Lizenzen seismische Untersuchungen stattfinden – parallel zum Ausbau der Förderkapazitäten der Gasfelder Tamar und Leviathan.

Zudem verwies das Ministerium auf den größten Erdgas-Exportvertrag in Israels Geschichte: das Lieferabkommen mit Ägypten. Dessen Wert werde mit 112 Milliarden Schekel beziffert, umgerechnet rund 32,4 Milliarden Euro. Davon sollen 58 Milliarden Schekel, rund 16,8 Milliarden Euro, als Einnahmen an den Staat fließen. Der Deal solle zugleich die bilateralen Beziehungen zu Ägypten stärken und weitere Investoren anziehen.

Unterseekabel soll Stromnetz entlasten

Neben der Gasförderung treibt Israel auch ein großes Strominfrastrukturprojekt voran. Geplant ist ein rund 150 Kilometer langes Stromkabel zwischen dem Süden und Zentrum des Landes, von dem etwa 102 Kilometer unter Wasser verlaufen sollen. Das Kabel soll bis zu 5,4 Gigawatt Strom übertragen und zählt damit zu den größten Unterseekabeln weltweit.

Hintergrund ist, dass ein Großteil der israelischen Stromerzeugung – vor allem aus Solarenergie – im Süden des Landes konzentriert ist, während der Verbrauch überwiegend in der Landesmitte liegt. Die Leitung soll von der Region um Aschkelon bis in die Nähe von Haifa führen. An sechs Punkten soll sie mit dem israelischen Stromnetz verbunden werden. Langfristig ist zudem ein möglicher Anschlusspunkt Richtung Europa vorgesehen.

Titelbild: Die Leviathan-Erdgasplattform vor der Küste Israels. Bild: Ehud Amiton/TPS-IL

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