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„Das ist wahrer Zionismus“: Wie Lone Soldiers in Israels Armee für ihr Land einstehen

JERUSALEM, 09.07.2026 (DR) – Rund 8.000 junge Menschen dienen in der israelischen Armee (IDF), ohne Eltern oder enge Familie in Israel zu haben. Als „Lone Soldiers“ – auf Deutsch etwa „alleinstehende Soldaten“ – werden diejenigen Soldaten bezeichnet, die während ihres Dienstes keine Eltern oder enge familiäre Unterstützung in Israel haben.

Viele Lone Soldiers sind Neueinwanderer. Wer in jungem Alter Alija (Einwanderung nach Israel) macht, muss je nach Alter, Familienstand und Gesundheitsprofil mit einer Einberufung rechnen. Zugleich kommen viele dieser jungen Menschen allein nach Israel – mit dem erklärten Wunsch, in der IDF zu dienen.

Wenn Familie und sozialer Rückhalt fehlen

Das IDF-Zentrum für Lone Soldiers soll diese Lücke schließen. Eine Vertreterin des Zentrums teilte der Jerusalem Post mit, Sozialbetreuerinnen der Armee beantworteten monatlich bis zu 10.000 Anrufe von Lone Soldiers und jungen Menschen, die sich auf den Dienst vorbereiten.

Die Unterstützung reicht von Wohnmöglichkeiten und Mietbeihilfen bis zu Hilfe bei Bürokratie, medizinischen Fragen und persönlichen Problemen. Lone Soldiers können zudem besondere freie Tage für Erledigungen erhalten. Wer Eltern im Ausland hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen auch Sonderurlaub für einen Familienbesuch bekommen.

Auch finanzielle Hilfen sind vorgesehen. Dazu gehören monatliche Zuschüsse, Gutscheine für Lebensmittel und Unterstützung bei Wohnkosten. Die genaue Höhe hängt vom Status und den jeweiligen Bedingungen ab.

„Olim-Soldaten, also Einwanderer, die aus dem Ausland nach Israel kommen, tun dies aus einem Gefühl des Zionismus heraus und weil sie Israel und der IDF helfen wollen“, betonte die Vertreterin. Gerade nach dem 7. Oktober 2023 zeige sich die Bereitschaft vieler junger Menschen, einen Beitrag zu leisten. Das sei, so die Vertreterin, „wahrer Zionismus“.

Begleitung auch nach dem Dienst

Die Betreuung endet nicht automatisch mit dem letzten Diensttag. Lone Soldiers erhalten vor der Entlassung Hilfe beim Übergang ins zivile Leben. Dazu gehören Informationen zu Bewerbungsgesprächen, Ansprüchen nach dem Dienst und dem israelischen Wohnungsmarkt.

Nach Angaben von Hilfsprogrammen können entlassene Lone Soldiers unter bestimmten Voraussetzungen bis zu ein Jahr lang Mietunterstützung erhalten. Zudem gibt es weiter Beratung und Begleitung.

Eine amerikanische Neueinwanderin, die in der IDF dient, beschrieb, wie wichtig diese Hilfe für sie war. Besonders bei einer Verletzung während der Ausbildung habe sie Unterstützung gebraucht, um medizinische Behandlung zu bekommen und den Dienst fortsetzen zu können.

Auch im Alltag habe sie Rückhalt erlebt. Kameraden hätten sie zu Schabbatmahlzeiten eingeladen und ihr geholfen, sich in die Gemeinschaft einzufügen. „Wir sind Lone Soldiers, aber wir sind nicht einsam“, schilderte sie.

Für viele Lone Soldiers ist die Armee damit nicht nur Dienstort, sondern auch ein wichtiges Netz aus Betreuung, Kameradschaft und praktischer Hilfe.

Titelbild: Lone Soldiers bei einer Veranstaltung in Jerusalem. Bild: Flash90

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