
USA bremsen Israel im Libanon – israelische Armee friert „sensible Operationen“ ein, Rückzug aus Pilotzonen geplant
JERUSALEM 12.07.2026 (LS) – Auf ausdrückliches Ersuchen Washingtons soll die israelische Armee (IDF) auf spezifische Operationen im Südlibanon vorerst verzichten, um die laufenden US-Iran-Verhandlungen nicht zu gefährden. Gleichzeitig bereitet sich die IDF auf einen Rückzug aus ersten sogenannten Pilotzonen vor, während in Rom die nächste Gesprächsrunde zwischen Israel und dem Libanon ansteht.
Washington setzt Prioritäten – Iran vor Hisbollah
Die israelische politische Führung hat die IDF angewiesen, alle Operationen, die als „sensibel“ eingestuft werden, im Südlibanon einzufrieren. Die Direktive gilt bis auf Weiteres und bis Klarheit über die aktuelle Eskalation zwischen den USA und dem Iran sowie über den Fortgang der Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon besteht.
US-Vertreter, die in den vergangenen Tagen auf die Konfrontation mit dem Iran fokussiert waren, äußerten die Sorge, Israel könnte ebenfalls in die Kämpfe hineingezogen werden. Ein Sicherheitsbeamter erklärte, Israel sei bereit, jeden iranischen Angriff als Gelegenheit zu nutzen, um bedeutende Schläge gegen den Iran zu führen. Nach dem Ersuchen des Weißen Hauses wurde die IDF jedoch angewiesen zu warten, damit sich die aktuelle Konfrontation nicht auf Israel ausweitet.
Rückzug aus Pilotzonen – aber ohne klaren Zeitplan
Der Rückzug israelischer Truppen aus der ersten von zwei Pilotzonen im Südlibanon soll in den kommenden Tagen erfolgen, erklärte ein US-Vertreter. Im Zuge eines Rahmenabkommens, das Israel und der Libanon vergangenen Monat in Washington unterzeichnet haben, hat Jerusalem zugestimmt, seine Truppen aus zwei kleinen Gebieten im Südlibanon zurückzuziehen, die von Hisbollah-Infrastruktur befreit wurden – diese sollen durch Mitglieder der libanesischen Armee ersetzt werden. Zwei Wochen sind seit jenem Abkommen vergangen, ohne dass ein Rückzug stattgefunden hat.

Israelische und libanesische Offizielle bestritten unterdessen, dass es bereits einen Teilrückzug gegeben habe – nachdem ein US-Vertreter behauptet hatte, die IDF habe Truppen als Geste des guten Willens zurückgezogen. Der IDF-Rückzug aus Teilen des Südlibanon sei zwar Thema der direkten Verhandlungen, aber noch keine Einigung erzielt worden.
Irans Kommandeur der Quds-Truppe Esmaeil Qaani erklärte, Israel müsse sich sofort zurückziehen oder werde „gezwungen sein, in einer Niederlage zu fliehen“. Für Jerusalem ist klar: Ein Rückzug kann nur im Rahmen eines umfassenden Sicherheitsabkommens erfolgen – nicht auf iranischen Befehl.
Tunnelnetz eingefroren – Ali Taher als Symbol des Dilemmas
Die IDF hat den Abriss mehrerer Hisbollah-Terrorinfrastrukturen im Südlibanon während des aktuellen Waffenstillstands verschoben – darunter ein großes Tunnelsystem mit einer Drohnenanlage im südlibanesischen Dorf Majdal Zoun. Laut Militär sind die Ali-Taher-Tunnel das „Nervenzentrum“ der Badr-Regionaldivision der Hisbollah. Mindestens 30 Hisbollah-Kämpfer sollen sich noch im Untergrund befinden. Es kam sowohl unterirdisch als auch am Boden zu Angriffen. Als Israel am Samstag angewiesen wurde, das Feuer im Libanon einzustellen, fror die Armee ihre Aktivitäten im Ali-Taher-Gebiet ein.
Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Israel und dem Libanon ist für kommende Woche in Rom geplant. Botschafter Jechiel Leiter soll die israelische Delegation erneut anführen. Ob Beirut teilnimmt, hängt laut libanesischen Angaben davon ab, ob der Rückzug aus den Pilotzonen bis dahin tatsächlich eingeleitet wurde.
Titelbild: Israelische Soldaten im Libanon. Foto: IDF Spokesperson