
Skapion entwickelt Abwehrsystem gegen große Drohnenschwärme
JERUSALEM, 13.07.2026 (DR) – Das israelisch gegründete Rüstungstechnologie-Unternehmen Skapion hat in einer ersten Finanzierungsrunde 36 Millionen US-Dollar (rund 31,5 Millionen Euro) eingesammelt. Das Kapital soll die Entwicklung eines mobilen Abwehrsystems gegen große Drohnenschwärme beschleunigen.
Die Finanzierungsrunde wurde von den US-amerikanischen Risikokapitalgesellschaften UP.Partners und Khosla Ventures angeführt. Weitere Investoren waren die israelischen und israelisch-amerikanischen Unternehmen Fusion VC, Stratos Ventures, TBD VC und q Fund.
Das Ende 2025 gegründete Skapion hat seinen Hauptsitz in Washington und betreibt ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Ramat Gan.
Abwehr für zahlreiche gleichzeitige Angriffe
Skapion entwickelt nach eigenen Angaben das weltweit erste Abwehrsystem, das von Beginn an speziell für Drohnenschwärme konzipiert wurde. Die Plattform soll Drohnen erkennen, verfolgen und neutralisieren können.
Nach Angaben des Unternehmens kann das System Hunderte Ziele gleichzeitig bearbeiten. Es ist für den Schutz von Truppen, Militärstützpunkten und kritischer Infrastruktur vorgesehen. Zudem soll es bei eingeschränkter Kommunikation, schwierigen Wetterbedingungen und in umkämpften Einsatzgebieten funktionieren.
Tödliche Bedrohung im Südlibanon
Wie dringend neue Abwehrlösungen benötigt werden, zeigt sich im Südlibanon. Dort setzt die Hisbollah zunehmend günstige FPV-Drohnen ein. FPV steht für „First Person View“. Dabei überträgt eine Kamera an der Drohne Livebilder auf ein Tablet oder ein ähnliches Steuergerät, über das der Bediener das Fluggerät lenkt.
Die Drohnen richten sich gegen israelische Soldaten und Militärfahrzeuge. Bei einem Angriff mit explosiven Drohnen wurden zuletzt am 19. Juni vier israelische Soldaten getötet.
Einige Modelle werden über Glasfaserkabel gesteuert. Dadurch sind sie gegen herkömmliche elektronische Störmaßnahmen weitgehend unempfindlich und nur schwer abzufangen.
Drohnen stellen Streitkräfte zudem vor ein Kostenproblem. Angreifer können günstige Fluggeräte in großer Zahl einsetzen. Verteidiger müssen dagegen häufig deutlich teurere Abfangmittel verwenden. Skapion will deshalb eine skalierbare Lösung schaffen, deren Einsatzkosten unter denen herkömmlicher Luftabwehrsysteme liegen.
Erfahrung aus Israels Verteidigungsindustrie
Zum Gründerteam gehört Reserve-Brigadegeneral Pini Yungman. Er leitete früher bei Rafael Advanced Defense Systems den Bereich für Luft- und Raketenabwehr und war an den israelischen Abwehrsystemen Iron Dome und David’s Sling beteiligt.
Mitgründer und Geschäftsführer Ido Bar-On verantwortete zuvor bei XTEND das internationale Geschäft mit Regierungen und Verteidigungsbehörden. Außerdem diente er als Oberstleutnant in einer Spezialeinheit der israelischen Armee (IDF). Zum Team gehören zudem Technikvorstand Gal Goren sowie die Unternehmer Zafrir Yoeli und Yaron Karp.
Mit dem neuen Kapital will Skapion seine Entwicklungsteams erweitern, das System erproben und die Zusammenarbeit mit Verteidigungs- und Regierungsstellen in Israel, den USA und weiteren verbündeten Staaten ausbauen.
Titelbild: Eine ferngesteuerte Drohne mit Kamera, Symbolbild. Foto: Moshe Shai/Flash90