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Drohnenangriffe auf Israels Norden verstärken sich – Hisbollah-Chef Naim Qassem lehnt Entwaffnung der Terrororganisation strikt ab

JERUSALEM 26.05.2026 (LS) – Hisbollah-Generalsekretär Naim Qassem hat am Montag in seiner Rede zum „Tag des Widerstands und der Befreiung“ die Idee einer Entwaffnung der Terrororganisation strikt abgelehnt.

Der libanesische Feiertag erinnert an den Rückzug der israelischen Streitkräfte (IDF) aus dem Südlibanon am 25. Mai 2000. Eine Entwaffnung der Hisbollah würde dem Libanon „seine Verteidigungsfähigkeit sowie die Resilienz des Widerstands und seines Volkes nehmen und wäre der Auftakt zur Auslöschung“, so Qassem. Die neuen Drohnen der Hisbollah hätten Israel „in Schwindel versetzt“, erklärte er und verwies dabei auf mehrere Angriffe auf Soldaten der israelischen Streitkräfte.

Zusätzlich kritisierte er die Gespräche zwischen der libanesischen Regierung und Israel und verkündete: „Die Menschen haben das Recht, auf die Straße zu gehen und die Regierung zu stürzen.“ US-Außenminister Marco Rubio verurteilte daraufhin „auf das Schärfste den rücksichtslosen Aufruf der Hisbollah, die demokratisch gewählte Regierung des Libanon zu stürzen“.

Mit Fischernetzen gegen Drohnen

Vertreter der im Südlibanon stationierten Truppen der IDF haben in der vergangenen Woche Fischer aus Galiläa kontaktiert und darum gebeten, Fischernetze zu kaufen oder als Spende zu erhalten, um die Verteidigung gegen die Gefahr von Drohnenangriffen der Hisbollah zu verstärken, wie der israelische öffentlich-rechtliche Sender KAN News am Sonntag berichtete. Die Aktion war Berichten zufolge eine Eigeninitiative von Soldaten vor Ort und nicht Teil eines organisierten Beschaffungsprozesses der IDF oder des Verteidigungsministeriums.

Eine Drohne der Hisbollah, die sich in einem Netz zur Abwehr von Drohnen verfangen hat. Foto: IDF Spokespersons Unit

In den letzten Wochen haben Soldaten verschiedene Methoden eingesetzt, um der Bedrohung zu begegnen, darunter Schattennetze, Fußballtore und Fischernetze. Laut KAN arbeitet die IDF daran, einen einheitlichen Standard für den Schutz vor der Drohnenbedrohung zu schaffen, und gibt gleichzeitig eine organisierte Bestellung für Netze auf, die an Gebäuden, Fahrzeugen und geschützten Stellungen angebracht werden sollen.

Drohne der Hisbollah trifft während einer Angriffswelle Haus in Metula

Ein von der Hisbollah abgefeuertes unbemanntes Fluggerät schlug am Montag in der nördlichen Grenzgemeinde Metula ein und traf ein Wohnhaus, ohne jedoch Verletzte zu verursachen. Zunächst wurde vermutet, es handelte sich bei dem UAV um eine mit Sprengstoff beladene Drohne, doch das Militär stellte später klar, dies sei nicht der Fall gewesen.

Nach Angaben der Armee hat die Hisbollah bei dem Vorfall offenbar drei Drohnen gestartet. Eine traf das Haus in Metula, eine weitere stürzte auf israelisches Gebiet nahe der libanesischen Grenze ab, und eine dritte fiel in einem Gebiet, in dem Truppen im Südlibanon im Einsatz waren.

Nach dem Einschlag in Metula erklärte der Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben Gvir, Premierminister Benjamin Netanjahu müsse US-Präsident Donald Trump „darüber informieren“, der Krieg im Libanon werde wieder aufgenommen. Netanjahu wies die israelischen Streitkräfte an, die Angriffe gegen die Terrororganisation zu verstärken. Ein hochrangiger US-Vertreter deutete zudem gestern an, Washington könnte bald grünes Licht für eine groß angelegte israelische Operation gegen die Hisbollah im Libanon geben.

Titelbild: Eine von der Hisbollah abgefeuerte Sprengdrohne ist während eines Angriffs der Hisbollah im Norden Israels am 19. Mai 2026 nahe der israelisch-libanesischen Grenze zu sehen. Foto: Ayal Margolin/Flash90

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