
Nach Verteidigungspakt mit Saudi-Arabien und Türkei: Pakistans Verteidigungsminister fordert muslimische Militärfront gegen Israel
JERUSALEM 09.08.2026 (LS) – Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif fordert eine vereinte muslimische Militärfront gegen Israel und nennt den jüdischen Staat „illegitim“. Seine Aussagen erfolgten kurz nach Unterzeichnung eines Verteidigungspaktes mit Saudi-Arabien und der Türkei. Das Abkommen wurde im Rahmen eines Treffens zwischen dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif unterzeichnet. Die drei Länder erklärten, das Bündnis solle die kollektive Sicherheit stärken, die militärische Zusammenarbeit vertiefen und die regionale Stabilität fördern.
„Israel ist eine Bedrohung für die gesamte muslimische Welt“
In einem Interview mit einem pakistanischen Nachrichtenportal erklärte Asif: „Israel ist ein Produkt der Balfour-Deklaration, das in den 1940er Jahren als illegitimer Staat gegründet wurde und eine direkte Bedrohung für jedes Land der Region darstellen könnte.“ Er fügte hinzu: „Wenn es um Israel geht, müssen sich alle muslimischen Länder zusammenschließen. Daran hege ich keinen Zweifel.“
Asif machte auch deutlich, seine Haltung gegenüber Israel werde sich nicht ändern, egal wer nach der israelischen Wahl im Oktober an die Macht komme: „Egal ob Bennett oder ein anderer – die Unterschiede sind nur marginal. Ihre Haltung gegenüber den Palästinensern und ihre anti-islamische Denkweise werden nicht verschwinden.“
Dabei enthält Asifs Argumentation eine auffällige historische Ironie: Pakistan entstand 1947 durch die Teilung von Britisch-Indien, ein Jahr vor Israels Staatsgründung. Asif kritisiert Großbritanniens Rolle bei der Schaffung des jüdischen Staates, während er die britische Rolle bei der Gründung seines eigenen Landes konsequent ausblendet.
Islamabad als Vermittler – und gleichzeitig als Feind Israels
Es ist nicht das erste Mal, dass Asif mit drastischen Aussagen über Israel auf sich aufmerksam macht. Zuvor hatte er Israel bereits als „krebsartig“, „böse“ und einen „Fluch für die Menschheit“ bezeichnet. In diesem Zusammenhang hatte Premierminister Benjamin Netanjahu erklärt, Asifs „Aufruf zur Vernichtung Israels“ sei „empörend“ – besonders von einem Mitglied einer Regierung, die gleichzeitig als neutraler Vermittler in den US-iranischen Friedensgesprächen auftritt.
Pakistan ist eine Atommacht, unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Israel und hat seit seiner Gründung gegen die internationale Anerkennung des jüdischen Staates gestimmt. Die Allianz mit Saudi-Arabien und der Türkei, die der gemeinsame Verteidigungspakt nun formalisiert, vervollständigt das Bild einer islamischen Gegenachse, die in direktem Widerspruch zur diplomatischen Rolle steht, die Islamabad in den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran eingenommen hat. Israel reagierte zunächst nicht öffentlich auf Asifs Aussagen.
Titelbild: Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif bei einer Sicherheitskonferenz in München. Foto: Kuhlmann /MSC via Wikimedia Commons