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Iran knüpft Öffnung der Straße von Hormus an US-Zugeständnisse

JERUSALEM, 27.08.2026 (DR) – Iran hat die Wiederöffnung der Straße von Hormus an weitreichende Zugeständnisse der USA geknüpft. Washington müsse die iranischen Bedingungen vollständig akzeptieren, erklärte der Sprecher der Revolutionsgarden, Hossein Mohebbi, am Mittwoch. Andernfalls werde die strategisch wichtige Wasserstraße nicht wieder vollständig geöffnet.

Mohebbi erklärte zugleich, Iran und Oman hätten sich bereits über die Aufteilung der Gewässer und der Einnahmen verständigt. Eine hochrangige iranische Quelle präzisierte gegenüber Reuters, dass beide Länder weiterhin an den Einzelheiten arbeiteten und noch kein endgültiges Abkommen vorliege.

Zwischenlösung für den Schiffsverkehr

Die gemeinsame Erklärung der Außenministerien Irans und Omans beschreibt einen vorgeschlagenen Stufenplan. Dieser sieht zunächst einen gemeinsamen befristeten Schifffahrtskorridor und die Räumung von Seeminen vor. Über eine dauerhafte Route, die künftige Verwaltung sowie Verkehrs- und Sicherheitsdienste soll weiter verhandelt werden.

Nach iranischer Darstellung sollen Handelsschiffe auf dem Weg in den Persischen Golf vollständig durch iranische Gewässer fahren. Für auslaufende Schiffe ist demnach eine Route durch iranische und omanische Gewässer vorgesehen. Militärschiffe sollen den Korridor nicht nutzen dürfen. Oman hat diese Einzelheiten bislang nicht öffentlich bestätigt.

Das UN-Seerechtsübereinkommen gewährt Schiffen in international genutzten Meerengen grundsätzlich das Recht auf Transitdurchfahrt. Die angrenzenden Staaten dürfen diese Durchfahrt nicht aussetzen.

Teheran stellt Bedingungen an Washington

Die Revolutionsgarden werfen den USA vor, die Gespräche mit Oman zu behindern. Zu Teherans Forderungen gehören laut Reuters ein Ende der US-Blockade iranischer Häfen, die Aufhebung von Sanktionen und Entschädigungszahlungen. Diese Forderungen beziehen sich auf die vorläufige Waffenruhevereinbarung vom Juni, die später zerbrach.

Die Straße von Hormus war vor Kriegsbeginn Ende Februar eine der wichtigsten Routen des weltweiten Energiehandels. Nach Angaben der US-Energiebehörde EIA sank die dort durchschnittlich transportierte Menge an Öl und anderen flüssigen Energieträgern von täglich 21,6 Millionen Barrel im vierten Quartal 2025 auf 4,9 Millionen im zweiten Quartal 2026.

Angriffe auf Schiffe und die konkurrierenden Blockaden Irans und der USA erschweren die Durchfahrt weiterhin. Teheran setzte am Sonntag zudem 45 Schiffe auf eine schwarze Liste. Damit will es offenbar Umladungen auf See unterbinden, mit denen Golfstaaten die iranische Blockade umgehen.

Titelbild: Frachtschiffe in der Straße von Hormus. Am Mittwoch passierten laut Kpler zehn Frachtschiffe die Meerenge. Damit blieb der Verkehr trotz eines leichten Anstiegs unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Tage. Bild: Atta Kenare/AFP

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