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Iran warnt vor neuer US-Offensive und droht mit Vergeltung

JERUSALEM, 22.09.2026 (DR) – Iran hat angekündigt, auf einen erneuten US-Angriff mit fortgesetzten Vergeltungsschlägen zu reagieren. Zur Begründung berief sich das Militär nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars auf unbestätigte Berichte über ein Treffen amerikanischer Vertreter in einem europäischen Land. Dort sollen Vereinbarungen über neue Angriffe auf Iran getroffen worden sein. Einige arabische Staaten hätten dafür grünes Licht gegeben. Fars nannte weder die beteiligten Staaten noch Belege für die Darstellung.

Die Drohung kam vom Militärhauptquartier Chatam al-Anbija, das in Kriegszeiten das Kommando im iranischen Generalstab übernimmt. US-Stützpunkte und amerikanische Interessen in der Region würden bei einem neuen Angriff „kontinuierlichen, wirksamen und schmerzhaften Angriffen“ ausgesetzt. Staaten, die sich an einem US-Angriff beteiligen würden, werde Teheran als Konfliktparteien betrachten.

Gegenseitige Drohungen aus Teheran und Washington

Der Sprecher der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Mohebbi, warnte am Montag ebenfalls vor einem neuen US-Angriff. Iran werde dann neue Waffen einsetzen und Ziele angreifen, die bislang verschont geblieben seien. Teheran sei auf einen längeren Krieg vorbereitet. „Die Welt wird überrascht sein“, erklärte Mohebbi laut Fars.

US-Präsident Donald Trump hatte Iran am Sonntag zu einem Abkommen aufgefordert. Andernfalls drohten dem Land wirtschaftlicher Niedergang oder die Vernichtung seiner Führung, gab Fox-News-Reporter Trey Yingst ein Telefonat mit Trump wieder. Zugleich zeigte sich Trump offen für ein Treffen mit Irans Präsident Massud Peseschkian. Beide nehmen an der UN-Generalversammlung in New York teil; ein Gespräch ist bislang jedoch nicht vereinbart.

Huthis greifen Saudi-Arabien an

Unterdessen erklärten die vom Iran unterstützten Huthi-Terroristen, sie hätten am Samstag mit Raketen und Drohnen „sensible Ziele“ in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad sowie eine Aramco-Anlage in Yanbu angegriffen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP reagierten die Huthis damit auf einen Angriff der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition auf den Flughafen von Sanaa. Reuters-Aufnahmen zeigten nach nächtlichen Explosionsgeräuschen eine große schwarze Rauchwolke nahe dem internationalen Flughafen von Riad.

Die saudi-arabische Regierung hat die Angaben der Huthis bislang nicht kommentiert. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition erklärte jedoch, sie habe eine auf Riad abgefeuerte Rakete sowie weitere Angriffe abgewehrt.

Trump soll Angriffe auf Huthis abgesagt haben

Bereits am Donnerstag hatte Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman Trump persönlich zu einem militärischen Eingreifen gegen die Huthis gedrängt. Nach Informationen der New York Times ließ Trump daraufhin Luftangriffe vorbereiten, sagte sie am Sonntag jedoch kurz vor der Ausführung ab.

In Trumps Umfeld habe es erhebliche Vorbehalte gegen einen weiteren Militäreinsatz gegeben. Dabei habe die Sorge bestanden, dass ein längerer Einsatz gegen die Huthis die bereits im Iran-Krieg gebundenen US-Streitkräfte zusätzlich belasten könnte. Ob diese Bedenken für Trumps Entscheidung ausschlaggebend waren, blieb offen.

Der Krieg der USA und Israels gegen Iran dauert seit fast sieben Monaten. Eine im Juni vereinbarte vorläufige Waffenruhe zerbrach im Juli. Iran will die Straße von Hormus erst wieder öffnen, wenn die Vereinbarung nach seiner Auslegung erfüllt wird.

Titelbild: Bodentruppen der iranischen Revolutionsgarden bei einer taktischen Übung in Kerman im November 2023, Archivbild. Iran droht bei einem neuen US-Angriff mit dem Einsatz neuer Waffen und Angriffen auf weitere Ziele. Foto: Sarallah Ankouti/Tasnim News Agency, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

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