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Flydubai-Flug FZ1073: Terroranschlag verhindert – VAE drohen Kopiloten mit Todesstrafe

JERUSALEM, 04.10.2026 (NH) – Der Flug FZ1073 von Flydubai von Dubai nach Tel Aviv ist am 30. September zu einem Kampf um Leben und Tod geworden. An Bord der Boeing 737 MAX 8 befanden sich 174 Passagiere, darunter 27 Kinder. Während des Fluges griff der 29-jährige omanische Kopilot Hamam al-Hammami den indischen Kapitän Smit Machchhar im Cockpit mit einer Notfallaxt an. Trotz schwerer Verletzungen gelang es dem Kapitän, die Cockpittür zu entriegeln. Während des Kampfes geriet die Maschine in einen extremen Sturzflug und verlor innerhalb von gut 30 Sekunden mehr als 4.000 Meter an Höhe.

Israelische Passagiere stürmen das Cockpit

In den dramatischen Minuten bewiesen die israelischen Passagiere außergewöhnlichen Mut. Zvika Manes, Yaniv Hayun, Asaf Rajuan und Shuta Mussajew stürmten gemeinsam mit weiteren Helfern ins Cockpit, überwältigten den Angreifer und fesselten ihn. Mussajew, ein israelischer Arzt, leistete Erste Hilfe und versorgte den schwer verletzten Kapitän. Hayun griff in die Steuerung ein und stabilisierte das Flugzeug. Zwei weitere Piloten, die sich als Passagiere an Bord befanden, übernahmen anschließend die Kontrolle. Die Maschine wurde nach Tabuk in Saudi-Arabien umgeleitet und landete dort sicher.

Das entschlossene Eingreifen der Israelis und des verletzten Kapitäns verhinderte eine Katastrophe. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu würdigte den Einsatz der Passagiere und der Besatzung. Besonders der Kapitän habe durch das Öffnen der Cockpittür ermöglicht, dass die Passagiere eingreifen konnten. Präsident Isaac Herzog kündigte an, Hayun, Manes und Rajuan für den israelischen Präsidentenpreis für zivile Heldentaten zu empfehlen.

Die Identität des Angreifers und gravierende Sicherheitsfragen

Im Zuge der Ermittlungen rückte die Vorgeschichte des Kopiloten in den Mittelpunkt. Hamam al-Hammami ist omanischer Staatsbürger und war Berichten zufolge zuvor bei Oman Air wegen des Besitzes extremistischen Materials vom Flugbetrieb ausgeschlossen worden. Wie er anschließend als Kopilot auf einem Flug nach Tel Aviv eingesetzt werden konnte, ist Gegenstand der Ermittlungen. Besonders brisant: Israel und Oman unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Jerusalem hatte zuvor erklärt, Piloten aus Staaten ohne diplomatische Beziehungen dürften keine Flüge nach Israel durchführen. Nun wird untersucht, wie al-Hammami dennoch auf FZ1073 eingesetzt werden konnte.

Auch Berichte über extremistische Inhalte auf früheren Profilen des Kopiloten werden geprüft. Die Ermittler untersuchen zudem, ob er allein handelte und welches Motiv hinter dem Angriff stand. Dabei wird auch geprüft, ob ein Mitglied der Flugbesatzung den Kopiloten unterstützt haben könnte.

Passagiere des Flydubai-Flugs FZ1073, darunter Asaf Rajuan (Mitte) und seine Ehefrau (rechts), gemeinsam mit ihren Angehörigen in der Ankunftshalle des Ben-Gurion-Flughafens. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90
VAE bestätigen versuchten Terroranschlag

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben inzwischen offiziell bestätigt, dass es sich um einen versuchten Terroranschlag handelte. Der Generalstaatsanwalt der VAE, Hamad Saif Al Shamsi, erklärte, der Kopilot habe versucht, die Kontrolle über das Flugzeug zu übernehmen. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der 29-Jährige geplant haben, die Maschine auf die Azrieli-Türme in Tel Aviv zu stürzen. An den Ermittlungen in Abu Dhabi sind auch israelische Mossad-Agenten und Luftfahrtexperten beteiligt.

Anwar Gargash, diplomatischer Berater des Präsidenten der VAE, bekräftigte die Null-Toleranz-Politik seines Landes gegenüber Terrorismus und extremistischer Hassrede. Für den Angreifer könnten die Konsequenzen entsprechend drastisch ausfallen: Nach Angaben eines hochrangigen emiratischen Vertreters droht al-Hammami nach Abschluss der Ermittlungen die Todesstrafe. Abu Dhabi wolle damit ein unmissverständliches Signal gegen Terrorismus und mögliche Hintermänner setzen.

Titelbild: Yaniv Hayun, der gemeinsam mit weiteren Israelis den Angreifer an Bord des Flydubai-Flugs überwältigte, bei seiner Ankunft am Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv. Foto: Jamal Awad/Flash90

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