
Irans neuer Verteidigungsminister droht den USA und Israel
JERUSALEM, 19.10.2026 (NH) – Das iranische Parlament hat Mehrdad Akhlaghi Ketabchi mit 237 von 277 Stimmen zum neuen Verteidigungsminister ernannt. Sein Vorgänger Aziz Nasirzadeh war im Februar bei gezielten US-israelischen Luftangriffen getötet worden. Mit Ketabchi übernimmt ein radikaler Systemtreuer und ausgewiesener Raketenspezialist das Amt. Seine Ernennung gilt als Signal für die weitere Militarisierung und Aufrüstung des Mullah-Regimes.
Ein Hardliner aus dem Zentrum des iranischen Raketenprogramms
Der 68-jährige Ketabchi verfügt über mehr als vier Jahrzehnte Erfahrung im iranischen Militär- und Rüstungssektor. Er leitete unter anderem die Shahid Bakeri Industrial Group, die Aerospace Industries Organization und die Defense Industries Organization. Er gilt als führender Experte für die Entwicklung ballistischer Feststoffraketen. Seine Karriere ist eng mit dem Aufbau des iranischen Raketenarsenals verbunden, das Israel und die regionale Stabilität bedroht.
Wegen seiner Rolle bei der Beschaffung und Produktion von Waffensystemen steht Ketabchi seit 2007 auf Sanktionslisten des UN-Sicherheitsrates. 2008 verhängte auch das US-Finanzministerium Strafmaßnahmen gegen ihn. In seiner Antrittsrede bezeichnete er Israel und die USA als „teuflische Front des Zionismus und des globalen Imperialismus“. Zudem kündigte er an, den Ausbau der sogenannten „Achse des Widerstands“ voranzutreiben.
Direkte Kriegsdrohungen gegen Trump und US-Truppen
Unmittelbar nach seiner Ernennung richtete Ketabchi scharfe Drohungen an die Vereinigten Staaten. Hintergrund sind Medienberichte über mögliche US-Angriffspläne gegen den Iran, darunter einen möglichen Einsatz der schweren Fliegerbombe MOAB („Mother of All Bombs“). Sollte Amerika auch nur eine einzige Bombe abwerfen, würden die USA ihre Soldaten in der Region nur noch in horizontaler Lage, also in Särgen, abtransportieren, drohte Akhlaghi. Der Rüstungsexperte erklärte zudem, seit 35 Jahren auf internationalen Liquidierungslisten zu stehen.
Um seine Rüstungsanlagen vor möglichen Präzisionsangriffen zu schützen, will der Iran seine Raketenfabriken künftig verstärkt tief in geschützten Bergregionen errichten.
Militärische Wiederaufrüstung und drohende regionale Eskalation
Militäranalysten des israelischen Instituts für Nationale Sicherheitsstudien (INSS) sehen in der Ernennung eines erfahrenen Rüstungsmanagers ein Zeichen für Teherans Entschlossenheit, beschädigte Militärstrukturen rasch wiederaufzubauen. Das Regime versucht, seine geschwächte regionale Abschreckung durch eine verstärkte Produktion ballistischer Raketen und Drohnen wiederherzustellen. Gleichzeitig setzt der Iran auf hybride Kriegführung und Angriffe auf die internationale Schifffahrt in der Straße von Hormus, um die Ölpreise in die Höhe zu treiben und wirtschaftlichen Druck auszuüben.
Sicherheitsexperten warnen, dass das Risiko einer direkten militärischen Konfrontation zwischen den USA, Israel und dem Mullah-Regime im Vorfeld der anstehenden Zwischenwahlen in den USA und der Wahlen in Israel steigen könnte. Teherans Aufrüstung und die Drohungen seines neuen Verteidigungsministers geben wenig Anlass zur Hoffnung auf eine Entspannung.
Titelbild: Irans neuer Verteidigungsminister Mehrdad Akhlaghi Ketabchi steht für ein Regime, das Israel und die USA bedroht und seine militärische Aufrüstung vorantreibt. Foto: Hamed Malekpour/Mehr News Agency via Wikimedia Commons CC-BY-4.0