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Trump und Netanjahu verschärfen Warnungen an Iran

JERUSALEM, 21.10.2026 (DR) – US-Präsident Donald Trump und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu haben ihre Warnungen an Iran verschärft. Zugleich mehren sich Berichte über mögliche neue Angriffe auf die Islamische Republik. Eine Entscheidung über einen erneuten Militärschlag ist bislang jedoch nicht bekannt.

USA verstärken Militärpräsenz

Parallel zu den politischen Warnungen lassen die USA konkrete militärische Schritte folgen und entsenden bereits den dritten Flugzeugträgerverband nach Nahost. Am Montag traf US-Verteidigungsminister Pete Hegseth Netanjahu auf dem Luftwaffenstützpunkt Ovda im Negev. Nach Angaben des Premierministerbüros ging es um regionale Bedrohungen sowie die offensive und defensive Zusammenarbeit.

Unterdessen wird über mögliche nächste Schritte der USA und Israels spekuliert. Laut New York Times diskutierten US-Regierungsvertreter eine kurze, intensive Angriffswelle gegen iranische Raketen- und Drohnenkapazitäten. Auch Energieanlagen und das Hauptquartier der Revolutionsgarden könnten Ziele sein.

The Atlantic berichtete, das Weiße Haus habe das Pentagon um Angriffsoptionen für die Zeit vor den US-Zwischenwahlen am 3. November gebeten. Mehrere mit den Beratungen vertraute Quellen erklärten der Jerusalem Post, die Trump-Regierung habe einen neuen Angriff auf Iran zuletzt ernsthaft erwogen und sei einer Freigabe zeitweise sehr nahe gewesen. Letztendlich sei keine Entscheidung gefallen.

Wahlen erhöhen den politischen Druck

Trotz dieser Vorbereitungen betonte Netanjahu, eine neue Eskalation vor der israelischen Wahl am 27. Oktober sei für Israel nicht günstig. Sollte Iran dennoch angreifen, werde dies für Teheran „der Fehler seines Lebens“ sein. Trump erklärte ebenfalls, vor den Zwischenwahlen in den USA keinen neuen Angriff durchführen zu wollen.

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US-Verteidigungsminister Pete Hegseth mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu (Archivbild). Foto: U.S. Department of Defense/Public Domain via Flickr

Dabei beeinträchtigt Iran weiterhin den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus. Dies trägt zu hohen Ölpreisen und deutlich höheren Benzinpreisen in den USA bei. Drei hochrangige iranische Offizielle und ein Insider erklärten gegenüber Reuters, Teheran ziehe die Gespräche mit Washington bewusst in die Länge, um Trump vor den Zwischenwahlen keinen politischen Erfolg zu ermöglichen und ihn damit innenpolitisch zu schwächen.

Dass Trump beim Iran-Thema tatsächlich unter erheblichem Druck steht, zeigt eine aktuelle Umfrage des Pew Research Center: 65 Prozent der US-Amerikaner lehnen seinen Umgang mit dem US-Militäreinsatz gegen Iran ab. Nur 33 Prozent stimmen ihm zu.

Ton gegenüber Teheran wird schärfer

Zuletzt wurde Netanjahus Rhetorik gegenüber Iran schärfer. Am Dienstag erklärte er, Israel sei verpflichtet, das „Terrorregime im Iran“ zu beseitigen. Darüber habe er auch mit Trump gesprochen.

Trump behauptete seinerseits bei einer Wahlkampfveranstaltung in Kansas, das iranische Regime habe in den vergangenen acht Monaten mindestens 75.000 Demonstranten getötet. Für diese Zahl legte er keinen Beleg vor. Menschenrechtsorganisationen bestätigen diese Größenordnung bislang nicht.

Zugleich erneuerte Trump seine Kritik an den NATO-Verbündeten. Seine Bitte um Unterstützung bei der Sicherung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus sei ein Test gewesen. Die USA hätten die Hilfe militärisch nicht benötigt; er habe vielmehr prüfen wollen, ob die Verbündeten bereit seien, Washington beizustehen. „Wir geben jedes Jahr Hunderte Milliarden Dollar für die NATO aus, um sie zu schützen. Aber als wir fragten: ‚Wollt ihr helfen?‘ Nein.“

Titelbild: Der US-Flugzeugträger USS George Washington bei Flugoperationen im Einsatzgebiet der 5. US-Flotte im Nahen Osten am 2. September 2026. Die USA verstärken ihre militärische Präsenz in der Region und prüfen Optionen für mögliche neue Angriffe auf Iran. Foto: U.S. Navy / NAVCENT Public Affairs, Public Domain, via Wikimedia Commons

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