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Hisbollah will Israel offenbar nur bei existenzieller Bedrohung des Iran angreifen

JERUSALEM 02.11.2026 (LS) – Die libanesische Terrororganisation Hisbollah wird sich nach Einschätzung eines hochrangigen libanesischen Vertreters voraussichtlich nicht an einem erneuten Krieg zwischen den USA und dem Iran beteiligen, solange die iranische Führung nicht existenziell bedroht ist. Trotz ihrer militärischen Schwächung könnte die Terrorgruppe jedoch eingreifen, falls ein Angriff auf den Iran auf einen Sturz des Regimes abzielt.

Hisbollah zieht eine klare rote Linie

Wie die Jerusalem Post unter Berufung auf einen Bericht des emiratischen Nachrichtenportals The National berichtet, hängt eine mögliche Beteiligung Hisbollahs vor allem davon ab, wie weit ein amerikanischer Angriff auf den Iran geht. Ein hochrangiger libanesischer Vertreter, der anonym bleiben wollte, erklärte, die Terrorganisation werde sich wahrscheinlich heraushalten, es sei denn, die Existenz der iranischen Führung stehe auf dem Spiel.

Eine solche Grenze sei bereits bei der vorherigen militärischen Konfrontation deutlich geworden. „Wir wussten bereits Anfang dieses Jahres, als der Krieg in der Region begann, dass Hisbollah in die Kämpfe eingreifen würde, sollte Chamenei getötet werden“, erklärte die Quelle. Man habe auch die Amerikaner darüber informiert.

Die Einschätzung deutet darauf hin, dass Hisbollah zwischen begrenzten Angriffen auf iranische Militär- oder Nuklearanlagen und einer direkten Bedrohung des politischen Systems in Teheran unterscheidet.

Trotz Schwächung baut Hisbollah ihre Fähigkeiten wieder auf

Gleichzeitig warnen libanesische Sicherheitsvertreter davor, die militärischen Möglichkeiten der Organisation zu unterschätzen. Nach Informationen von Reuters bereitet sich Hisbollah seit mindestens drei Monaten auf eine mögliche Wiederaufnahme der Kämpfe mit Israel vor. Während der relativen Ruhephase habe sie einige militärischen Strukturen wieder aufgebaut und neue finanzielle Unterstützung aus dem Iran erhalten.

Israelische Soldaten operieren im Südlibanon. Foto: IDF SPOKESPERSON’S UNIT

Zwei libanesische Sicherheitsquellen berichteten, die Organisation habe von Teheran Dutzende Millionen Dollar erhalten, zusätzlich zu rund 200 Millionen Dollar (ca. 178 Millionen Euro), die zuvor überwiesen worden seien. Das Geld soll unter anderem in Sprengstoff und die Produktion von Drohnen fließen. Zudem arbeite Hisbollah daran, beschädigte Führungs- und Kommunikationsstrukturen nach den schweren Verlusten der vergangenen Jahre wiederherzustellen.

Hisbollah selbst wies gegenüber Reuters Darstellungen zurück, wonach ihre Führungs- und Kontrollstrukturen zusammengebrochen seien. Die mögliche Rolle der Terrororganisation in einem neuen Krieg mit dem Iran bleibt damit ein Unsicherheitsfaktor.

Titelbild: Vom israelischen Militär während des jüngsten Krieges im Libanon beschlagnahmte Kampfausrüstung. An der Wand hängt sowohl die Flagge der Hisbollah (rechts) als auch die Flagge des iranischen Regimes. Foto: Flash90

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