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Weltweite Reaktionen auf die Tötung des Top-Terroristen Ismail Haniyeh

JERUSALEM 01.08.2024 (LS) – Führende Politiker aus aller Welt haben sich zu der dramatischen gezielten Tötung des Hamas-Führers Ismail Haniyeh geäußert. Der Vorsitzende der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, bezeichnete die Ermordung als „feige Tat und gefährliche Entwicklung“.

Der iranische Nationale Sicherheitsrat sandte eine Drohbotschaft, in der es hieß, das Attentat habe „die roten Linien überschritten und Israel werde einen hohen Preis zahlen“. Geert Wilders, der Vorsitzende der rechtsgerichteten Partei in den Niederlanden, begrüßte die Tötung hingegen und schrieb: „Auf Nimmerwiedersehen“.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin brachte seine Unterstützung für Israel zum Ausdruck und erklärte, die USA würden Israel im Falle eines Angriffes verteidigen. Er fügte hinzu, dass die USA daran arbeiten, die Situation zu beruhigen.

Das russische Außenministerium verurteilte Israel und erklärte, dies sei ein „politischer Mord, der völlig inakzeptabel ist“. Der türkische Außenminister Hakan Fidan äußerte sich ebenfalls zu dem Todesfall und erklärte, dass „der Zweck der Ermordung Haniyehs darin besteht, den Krieg im Gazastreifen zu einem regionalen Konflikt auszuweiten.“

Wer war Ismail Haniyeh?

Der am 29. Januar 1963 im Flüchtlingslager Al-Shati in Gaza geborene Haniyeh hat innerhalb der Hamas einen bedeutenden Aufstieg erlebt. Er begann seine politische Karriere in enger Verbindung mit dem Gründer der Hamas, Scheich Ahmed Jassin, und stieg in der Bewegung zu einer wichtigen Führungspersönlichkeit auf.

Haniyeh erlangte erstmals 2006 internationale Aufmerksamkeit, als er nach dem Sieg der Hamas bei den palästinensischen Parlamentswahlen Ministerpräsident der Palästinensischen Behörde wurde. Seine Amtszeit war jedoch von schweren internen Konflikten mit der rivalisierenden Fatah-Fraktion geprägt, die zu einer politischen Spaltung führten, in deren Folge die Hamas die Kontrolle über den Gazastreifen übernahm.

2017 wurde Haniyeh zum Leiter des politischen Büros der Hamas gewählt und trat damit die Nachfolge von Khaled Meshaal an. Diese Position festigte seinen Status als einer der einflussreichsten Führer innerhalb der Organisation.

Haniyeh wurde von der US-Regierung als „Specially Designated Global Terrorist“ („Speziell benannter globaler Terrorist“) bezeichnet, was darauf abzielte, seinen Zugang zu internationalen Finanzsystemen und Ressourcen zu unterbinden. Diese Ernennung unterstreicht die Ansicht der internationalen Gemeinschaft über Haniyehs Rolle bei der Inszenierung und Unterstützung von Terrorakten gegen Israel und seine Verbündeten.

Deeskalationsversuche

Diplomaten der USA und EU führen zurzeit dringende Gespräche im Nahen Osten, um die Gefahr eines ausgewachsenen regionalen Krieges abzuwenden.

Enrique Mora, einer der ranghöchsten Diplomaten der EU, führte am Mittwoch kritische Gespräche mit Regierungsvertretern in der iranischen Hauptstadt, während Brett McGurk, US-Koordinator für den Nahen Osten, dem Bericht zufolge Gespräche in Saudi-Arabien führte.

Offiziellen Angaben zufolge ging es bei den Gesprächen darum, Teheran davon zu überzeugen, entweder nicht zu reagieren oder eine symbolische Aktion durchzuführen, nachdem israelische Diplomaten westlichen Gesprächspartnern mitgeteilt hatten, ihr Militär plane keine weiteren Operationen.

Titelbild: Hamaschef Ismail Haniyeh bei einer Rede während der Freitagsgebete in Rafah im Jahr 2015. Foto: Abed Rahim Khatib /Flash 90

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