
Raketenbeschuss aus dem Jemen zum Schabbat: Wohnhaus in Zentralisrael beschädigt
JERUSALEM, 24.08.2025 (NH) – Die jemenitische Huthi-Terrororganisation hat am Freitagabend erneut Israel unter Beschuss genommen. Das Projektil löste um 20:58 Uhr Sirenen in Zentralisrael aus. Fragmente trafen den Garten des Hauses einer 85-jährigen Frau in Ginaton. Kurze Zeit später übernahmen die Huthis die Verantwortung für den Angriff und behaupteten, eine ballistische Hyperschallrakete vom Typ „Palestine 2” auf den Ben-Gurion-Flughafen abgefeuert zu haben. Die Terrorzelle prahlte, ein Projektil mit sogenannter Streumunition benutzt zu haben, welches die Abwehrsysteme Israels erfolgreich durchbrochen haben soll. Israelische Militärexperten prüfen derzeit die Behauptungen. Bereits am frühen Abend hatte eine aus dem Jemen gestartete Drohne in israelischen Gemeinden entlang der ägyptischen Grenze Alarm ausgelöst. Das Flugobjekt konnte abgeschossen werden.
Schabbatbeschuss mit Streumunition?
Als sich viele Israelis zum traditionellen Schabbatessen am Freitagabend hinsetzten, ertönten die Sirenen in Tel Aviv, Beit Shemesh, Jerusalem und anderen Teilen des Landes. Grund war die Identifizierung eines Raketenstarts aus dem Jemen. Obwohl Israels mehrschichtige Abfangsysteme mehrere Versuche unternahmen, das feindliche Projektil zu zerstören, schlugen Teile davon in der Nähe von Tel Aviv ein.
Die israelische Luftwaffe teilte gestern mit, dass sie nun untersuche, warum die Verteidigung fehlschlug, ein Teil der Rakete im Zentrum des Landes niederging und dort explodierte. Ersten Einschätzungen zufolge könnte es sich bei dem Schabbat-Beschuss um ein Projektil mit Streumunition gehandelt haben. Ähnliche Raketen hatte der Iran während des 12-Tage-Krieges gegen Israel im Juni eingesetzt. So verursachten die iranischen Raketen enormen Schaden, da sich diese Raketen in großer Höhe zerlegten. Statt eines Sprengkopfs wurden mehrere kleinere Sprengköpfe über ein weites Gebiet verteilt. Zum damaligen Zeitpunkt schlussfolgerten israelische Verteidigungsanalysten, die die Trümmer untersuchten, dass mehrere iranische Raketen entsprechende Sekundärsprengköpfe trugen.
Huthis prahlen: Abwehrsystem lahmgelegt
Kurz nach dem Raketenbeschuss am Freitag veröffentlichte die vom Iran unterstützte Gruppe ein Propagandavideo, in dem die Huthi-Rakete über dem Himmel von Israel auseinanderbricht. In dem Videoclip, dessen Echtheit noch nicht bestätigt wurde, prahlt der hochrangige Huthi-Funktionär Nasruddin Amer, wie das Huthi-Projektil „in mehrere Raketen zerfällt”. Amer verspottet das Versagen des hochtechnologischen israelischen Raketenabwehrsystems und behauptet, die Aufnahmen würden „deutlich zeigen, wie die Rakete ihr Ziel erreicht und die feindlichen Behauptungen über ein Abfangen des Projektils widerlegen”.
„Ich saß in meinem Schutzraum und hörte einen Knall, dann explodierte alles“, berichtet die 85-jährige Hausbesitzerin aus Ginaton den israelischen Medien. „Alle Fenster zersprangen. Uns geht es aber gut. Es ist nichts passiert, was nicht behoben werden kann. Es sind nur Sachschäden.“
Die Huthi-Rebellen begannen im November 2023, einen Monat nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober, Israel und den internationalen Seeverkehr anzugreifen. Bis heute hat die jemenitische Terrororganisation über 110 ballistische Raketen sowie Dutzende Angriffsdrohnen und Marschflugkörper auf Israel abgefeuert.
Titelbild: Der Einschlagsort der Fragmente einer ballistischen Rakete, die aus dem Jemen abgefeuert wurde. Sie trafen den Garten eines Wohnhauses im Moshav Ginaton im Zentrum Israels. Foto: Yossi Aloni/Flash90