
USA und Iran nähern sich Einigung – Trump droht mit massiven Bombenangriffen, sollte kein Deal zustande kommen
JERUSALEM 07.05.2026 (LS) – Die USA und der Iran stehen nach Medienberichten kurz vor einem Rahmenabkommen zur dauerhaften Beendigung des Krieges. Gleichzeitig macht US-Präsident Donald Trump unmissverständlich klar, was passiert, falls Teheran ablehnt.
Absichtserklärung mit 14 Punkten
Das Weiße Haus arbeitet laut einem Axios-Bericht an einer Absichtserklärung mit dem Iran (Memorandum of Understanding, MoU), das den Krieg dauerhaft beenden und einen einmonatigen Verhandlungsrahmen über Teherans Atomprogramm schaffen soll. Das Dokument umfasst 14 Punkte und wird von den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner gemeinsam mit iranischen Offiziellen ausgearbeitet. Die USA erwarten eine iranische Antwort innerhalb von 48 Stunden.
Das MoU sieht vor: einen Stopp der Urananreicherung, die Entfernung des bestehenden Uranvorrats aus dem Iran, die Aufhebung der US-Sanktionen, die Öffnung der Straße von Hormus sowie eine Waffenruhe im Libanon – gefolgt von einmonatigen Detailgesprächen über ein umfassendes Abkommen. Während dieser Verhandlungsphase würden beide Seiten ihre Operationen in der Straße von Hormus schrittweise zurückfahren, um Schiffsverkehr und Handel durch iranische Häfen wieder zu ermöglichen. Scheitern die Gespräche, könnten die USA die Blockade wiederherstellen oder den Krieg wiederaufnehmen.
Ein an den Vermittlungsbemühungen beteiligter pakistanischer Insider erklärte gegenüber Reuters: „Wir werden das sehr bald abschließen.“
Trump droht mit intensiveren Bombenangriffen – Netanjahu beruft Sicherheitskabinett ein
Trump ließ keinen Zweifel daran, was bei einem Scheitern der Gespräche folgt: „Wenn sie nicht zustimmen, beginnen die Bombenangriffe – und sie werden traurigerweise auf einem deutlich höheren Niveau und mit größerer Intensität stattfinden als zuvor.“ Gleichzeitig machte er deutlich, dass ein Deal aus seiner Sicht möglich ist. Er sprach gegenüber der New York Post jedoch davon, es sei noch „zu früh“ für direkte Gespräche, und riet Journalisten, vorerst nicht nach Islamabad zu reisen.
Das Marine-Kommando der iranischen Revolutionsgarden erklärte seinerseits, eine sichere und nachhaltige Durchfahrt durch die Meerenge werde ermöglicht, „sobald die Bedrohungen der Angreifer enden werden.“ Details nannte Teheran nicht.
An den Finanzmärkten schlug die Nachricht sofort an: Aktien stiegen und Ölpreise fielen deutlich. In Jerusalem reagierte Premierminister Benjamin Netanjahu mit der Einberufung des Sicherheitskabinetts – und kündigte an, er werde direkt mit Trump über die Entwicklungen sprechen. Israels zentrale Sorge bleibt dabei unverändert: Ein Abkommen, das Teheran erlaubt, auch nur Teile seines Atomprogramms zu behalten, wäre für Jerusalem keine Lösung – sondern ein aufgeschobenes Problem.
Titelbild: Über der Ayalon-Autobahn in Tel Aviv ist eine Plakatwand mit der Aufschrift „Herr Präsident, führen Sie den Job zuende!“ und einem Bild von Donald Trump zu sehen. Foto: Chaim Goldberg/Flash90