
Trump: Iran-Konflikt steht am Scheideweg
JERUSALEM, 07.06.2026 (DR) – US-Präsident Donald Trump hat am Freitag erklärt, die USA hätten Irans Weg zu einer Atomwaffe weitgehend gestoppt. Er lässt dabei zwei Szenarien offen: eine diplomatische Einigung oder weitere militärische Schritte.
Entweder ein Abkommen auf dem Papier – oder ein „schwererer Weg“. Der US-Präsident ließ am vergangenen Freitag keinen Zweifel: Iran werde nicht zu einer Atomwaffe kommen. Teheran sei dazu zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage.
Am Mittwoch hatte Trump erklärt, die Verhandlungen liefen gut. Ein Abkommen könnte bereits über das Wochenende zustande kommen. Das Weiße Haus fordert, dass Iran sein angereichertes Uran in amerikanische Hände übergibt.
Nur noch rund ein Fünftel der iranischen Raketen übrig
In einem Interview mit NBC News legte Trump konkrete Zahlen vor: Irans Militär sei „völlig zerstört“. Nach den gemeinsamen US-israelischen Angriffen vom 28. Februar verfüge Teheran nur noch über etwa 21 bis 22 Prozent seiner früheren Raketenkapazität. Die Standorte iranischer Drohnenfabriken und Raketenproduktionsanlagen seien bekannt – viele davon bereits ausgeschaltet. Er kenne die Zahl der verbleibenden Waffen „fast auf die Einheit genau“.
Die Angaben stammen ausschließlich vom US-Präsidenten. Eine unabhängige Bestätigung liegt nicht vor.
Den fehlenden Abschluss eines Abkommens führte er auf den Stolz der iranischen Führung zurück. Diese könne kaum glauben, in welcher Lage sie sich befinde. Ein neuer Angriff wäre militärisch einfach – Washington bevorzuge aber eine schriftliche Lösung.
Teheran: Gespräche festgefahren
Aus Teheran kamen derweil andere Signale. Mohsen Rezaei, ein ranghoher militärischer Berater des iranischen Obersten Führers Modschtaba Chamenei, erklärte gegenüber CNN: Die Gespräche seien festgefahren. Washington müsse die Blockade lösen – der Ball liege im amerikanischen Feld. Sollte die militärische Konfrontation weitergehen, warnte Rezaei, drohe eine Ausweitung des Krieges.
Einem Bericht von ABC News zufolge liegt inzwischen ein konkreter Entwurf auf dem Tisch: ein 60-tägiges Waffenstillstandsabkommen, das die Wiedereröffnung der Straße von Hormuz, freien iranischen Ölverkauf sowie weitere Atomverhandlungen vorsieht. Iran hat sich dazu noch nicht geäußert. Zugleich bleibt die Geldfrage ungeklärt: Teheran fordert sofortige finanzielle Entlastung – Trump hat seinen Beratern jedoch mitgeteilt, er werde kein Abkommen unterzeichnen, bei dem die USA Iran direkt Geld zahlen.
Ob ein Abkommen zustande kommt, hängt damit weiter an mehreren Streitpunkten – darunter Uran, Sanktionen, die Straße von Hormus und die Geldfrage.
Titelbild: Stelle eines iranischen Drohnenangriffs, der von einem Militärhubschrauber abgewehrt wurde, nahe Moschav Aloney Habashan, Golanhöhen, 16.06.2025. Foto: Michael Giladi/Flash90