
Iranischer Bericht über geplanten Deal: die 14 Punkte des Abkommens mit den USA
JERUSALEM 16.06.2026 (LS) – Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Mehr hat die angeblichen 14 Grundklauseln einer bevorstehenden Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) zwischen Washington und Teheran veröffentlicht. Diese soll am Freitag unterschrieben werden. Dem Bericht zufolge soll das Abkommen weitreichende amerikanische Zugeständnisse sowie eine grundlegende Neuordnung regionaler Sicherheitsfragen beinhalten. Gleichzeitig wächst die Kritik an dem bevorstehenden Deal.
Inhalt des geplanten Abkommens
Laut dem iranischen Bericht soll die US-Regierung noch vor Beginn formeller Verhandlungen zwölf Milliarden Dollar (ca. 10,3 Milliarden Euro) an eingefrorenen iranischen Vermögenswerten freigeben. Weitere zwölf Milliarden Dollar sollen während einer anschließenden 60-tägigen Verhandlungsphase folgen. Zudem sollen alle amerikanischen Sanktionen gegen den iranischen Öl- und Petrochemiesektor ausgesetzt und die Seeblockade des Landes innerhalb von 30 Tagen aufgehoben werden.
Das Dokument sieht außerdem vor, dass die USA auf eine Einmischung in iranische Innenangelegenheiten verzichten, ihre Streitkräfte aus der Umgebung Irans zurückziehen und während der Verhandlungen weder neue Sanktionen verhängen noch zusätzliche Truppen entsenden.
Gleichzeitig soll ein sofortiger Waffenstillstand auf allen aktiven Fronten gelten, auch im Libanon. Die Straße von Hormus würde innerhalb von 30 Tagen wieder geöffnet. Im Gegenzug würde Iran seine Verpflichtung aus dem Atomwaffensperrvertrag bekräftigen, keine Atomwaffen herzustellen. Über ein dauerhaftes Abkommen und die Zukunft des Atomprogramms soll anschließend innerhalb von 60 Tagen verhandelt werden.
Bemerkenswert ist, dass weder das iranische Raketenprogramm noch die finanzielle und militärische Unterstützung verbündeter Gruppierungen Gegenstand der Verhandlungen sein sollen. Darüber hinaus sieht der Entwurf internationale Wiederaufbauprogramme in Höhe von mindestens 300 Milliarden Dollar (ca. 259 Milliarden Euro) für kriegsbetroffene Gebiete vor.
Trump bestreitet Milliardenzahlungen – CIA äußert Bedenken
US-Präsident Trump stritt Milliardenzahlungen an das Regime als „Fake News“ ab. Doch Vizepräsident J.D. Vance bestätigte, der Iran könnte im Rahmen eines vorgeschlagenen Friedensabkommens zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran bis zu 300 Milliarden Dollar an Wiederaufbaumitteln erhalten. Trump-Berater Alex Brueswitz erklärte, dies würde erst geschehen, nachdem Iran sein Atomprogramm vollständig abgebaut, seine Unterstützung für terroristische Gruppen eingestellt und substanzielle interne Reformen durchgeführt hätte.
US-Geheimdienste haben laut Axios erhebliche Zweifel an der tatsächlichen Bereitschaft des Iran geäußert, die geforderten Zugeständnisse im Nuklearbereich zu machen. Dies gehe aus Berichten hervor, die CIA-Direktor John Ratcliffe Präsident Donald Trump und seinen engsten Beratern vorgelegt hat. Auch Außenminister Marco Rubio und Kriegsminister Pete Hegseth hegten Zweifel an der Umsetzbarkeit des Abkommens.
Kritiker bezweifeln historischen Erfolg
Autor Duvi Honig, Gründer und Geschäftsführer der Handelskammer orthodoxer Juden, verweist darauf, dass Iran seine Ideologie nicht aufgegeben habe, weiterhin Israel ablehne und seine Unterstützung für Hamas, Hisbollah und die Huthi nicht beendet habe.
„Eine Unterschrift ist kein Regimewechsel. Ein Dokument ist keine Veränderung der Ideologie. Ein diplomatisches Abkommen ist kein Beweis dafür, dass Jahrzehnte eines bestimmten Verhaltens verschwunden sind“, schreibt Honig. Er warnt, dass die Aufhebung von Sanktionen dem Regime Zugang zu Milliardenbeträgen verschaffen könnte. „Wenn Irans Unterschrift als Sieg gefeiert wird, was genau haben wir dann gewonnen?“
Titelbild: Azadi-Turm in Teheran. Foto: Javad Esmaeili/Pixabay