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Vance meldet Fortschritte bei Iran-Gesprächen – Teheran widerspricht

JERUSALEM, 23.06.2026 (DR) – Nach einer ersten Runde hochrangiger Direktgespräche zwischen den USA und Iran in der Schweiz hat US-Vizepräsident J.D. Vance Fortschritte bei Atominspektionen, der Straße von Hormus und dem Libanon-Konflikt gemeldet. Teheran widersprach umgehend: Iran habe keine neuen Verpflichtungen zu seinem Atomprogramm übernommen.

Streit um IAEA-Inspektionen

Iran habe zugestimmt, Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wieder ins Land einzuladen, erklärte Vance nach den Gesprächen auf dem Bürgenstock bei Luzern. Er bezeichnete dies als „bedeutenden Meilenstein“. Eine endgültige Vereinbarung liege noch nicht vor; die Verhandlungen hätten aber eine Grundlage für weitere Fortschritte geschaffen. Beratungen über die Wiederaufnahme der Inspektionen könnten laut Vance noch in dieser Woche beginnen.

Irans Außenministerium erteilte dieser Darstellung eine klare Absage. Die Atomfrage sei beim Treffen nur am Rande angesprochen worden; neue nukleare Verpflichtungen habe Teheran nicht übernommen. Die Zusammenarbeit mit der IAEA werde nach den bestehenden Verfahren fortgesetzt.

Die Behörde hatte Iran zuletzt vorgeworfen, Inspektionen zu behindern. Auch den Verbleib und Umfang des hoch angereicherten iranischen Urans konnte sie nicht vollständig überprüfen.

Fahrplan, Ölsanktionen und eingefrorene Gelder

Pakistan und Katar bestätigten als Vermittler, dass sich beide Seiten auf einen Fahrplan für eine endgültige Einigung innerhalb von 60 Tagen verständigt hätten. Technische Verhandlungen sollen die ganze Woche in der Schweiz fortgesetzt werden.

Das US-Finanzministerium erteilte zugleich eine bis zum 21. August geltende Ausnahmegenehmigung für Geschäfte mit iranischem Erdöl und Petrochemieprodukten.

Für eingefrorene iranische Gelder skizzierte Vance einen weiteren Kontrollmechanismus. Vance zufolge entwickelte Jared Kushner das Verfahren gemeinsam mit katarischen Vertretern. Kushner ist Trumps Schwiegersohn und gehörte zum US-Verhandlungsteam. Nach dem eingeführten Verfahren sollen die USA und Katar die Verwendung freigegebener Mittel kontrollieren. Das Geld könnte für amerikanischen Mais, Soja und Weizen ausgegeben werden.

Der iranische Zentralbankchef bestritt jedoch, dass die Mittel ausschließlich für amerikanische Agrarprodukte bestimmt seien. Zumindest ein Teil könne auch für andere nicht sanktionierte Waren aus den USA verwendet werden. Irans Chefunterhändler erklärte zudem, die Freigabe von zwölf Milliarden Dollar sei abschließend vereinbart worden. Eine amerikanische Bestätigung dieser Summe lag zunächst nicht vor.

Für die Straße von Hormus vereinbarten die Beteiligten einen Kommunikationskanal. Er soll Zwischenfälle und Missverständnisse verhindern und die sichere Passage von Handelsschiffen ermöglichen.

Deeskalation im Libanon

Beim Libanon-Dossier meldete Vance „sehr gute Fortschritte“. Ein Mechanismus zur Deeskalation solle eine schnelle Kommunikation ermöglichen, falls die Hisbollah Israel angreife, Israel darauf reagiere oder weitere Zwischenfälle einträten. Iran müsse seinen Einfluss nutzen, um die Hisbollah zurückzuhalten, so Vance.

Israel ist weder Partei der amerikanisch-iranischen Vereinbarung noch war es bei den Gesprächen in der Schweiz vertreten. Washington habe Israel und andere regionale Partner jedoch laufend auf dem Stand gehalten, versicherte Vance.

Titelbild: US-Vizepräsident JD Vance bei einem Treffen mit dem Schweizer Außenminister Ignazio Cassis am Rande der US-iranischen Gespräche auf dem Bürgenstock, 21.06.2026. Bild: Jade Guerne/EDA

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