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Israels Wahl: Arabische Parteien könnten Machtverhältnisse verschieben

JERUSALEM, 02.11.2026 (NH) – Die hohe Wahlbeteiligung arabischer Staatsbürger hat das Potenzial, die Regierungsbildung in Israel entscheidend zu beeinflussen. Nach der Parlamentswahl zeichnet sich ein enges Rennen zwischen dem rechten Lager um Premierminister Benjamin Netanjahu und dem Oppositionslager unter Führung des ehemaligen Generalstabschefs Gadi Eisenkot ab. Die arabischen Parteien kommen zusammen auf 19 Mandate und könnten damit zum entscheidenden Faktor bei der Regierungsbildung werden. Allerdings reicht es dem Oppositionslager unter Führung von Gadi Eisenkot ohne die rechte Partei Israel Beitenu von Avigdor Lieberman nicht zur Koalitionsmehrheit. Lieberman lehnt eine Regierungskoalition ab, die auf die Unterstützung arabischer Parteien angewiesen ist. Damit wird ein Machtwechsel zusätzlich erschwert.

Rekordbeteiligung und Streben nach einem Machtwechsel

Die Wahlbeteiligung in arabischen Gemeinden stieg auf nahezu 80 Prozent. Viele Wähler mobilisierten sich angesichts der zunehmenden Kriminalität und mit dem Ziel, die bisherige Regierung abzulösen. Die Führungen der beiden arabischen Parteien Vereinigte Arabische Liste (Ra’am) und der Gemeinsamen Liste signalisierten große Bereitschaft, eine Regierung gegen Netanjahu von außen zu unterstützen. Zugleich bestehen politische Differenzen. Führende Vertreter der Gemeinsamen Liste weigerten sich, die Hamas ausdrücklich als Terrororganisation zu bezeichnen oder Israel als jüdischen Staat anzuerkennen.

Netanjahus Warnung verdeutlichte die Spannungen um den wachsenden Einfluss arabischer Parteien und ihre mögliche Rolle bei der Regierungsbildung.

„Anhänger der Muslimbruderschaft plündern die Wahllokale und stehlen die Wahlen“, warnte Premierminister Benjamin Netanjahu am vergangenen Dienstag auf Instagram. Dazu veröffentlichte er ein Foto aus einem Wahllokal in der Beduinenstadt Rahat. Foto: Instagram / Benjamin Netanjahu
Huckabee warnt vor Sicherheitsrisiken

Auch der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, äußerte Bedenken gegen eine mögliche politische Einbindung arabischer Abgeordneter, die das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 nicht klar verurteilt haben. Eine solche Konstellation bezeichnete er als „zutiefst beunruhigend“ für Israels Sicherheit und die gemeinsamen Werte. Zudem erklärte Huckabee, Israels politische Landschaft habe sich seit dem 7. Oktober deutlich nach rechts verschoben. Die traditionelle Linke habe erheblich an Bedeutung verloren.

Herzog fordert Kompromissbereitschaft

Staatspräsident Izchak Herzog rief die Parteiführer dazu auf, politische Differenzen zu überwinden und eine stabile Regierung zu ermöglichen. Sie müssten „von ihren hohen Bäumen herabklettern“ und das Wahlergebnis als Grundlage für weitere Verhandlungen akzeptieren. Das Präsidialamt bot seine Vermittlung an, um Brücken zwischen den politischen Lagern zu bauen. Ziel sei eine handlungsfähige Regierung, die Israels Interessen wahrt und eine weitere politische Blockade verhindert.

Titelbild: Mitglieder der Vereinigten Arabischen Liste (Ra’am) stehen auf der Bühne, nachdem am Wahlabend der israelischen Parlamentswahl am 27. Oktober 2026 die Ergebnisse der Nachwahlbefragungen in der nordisraelischen Stadt Sakhnin veröffentlicht wurden. Foto: Michael Giladi/Flash90

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