
Israel ernennt erstmals eine muslimische Diplomatin
JERUSALEM, 08.04.2017 (TM) – Rasha Atamny (31, Foto) wird die erste Muslima, die den Staat Israel als Diplomatin vertritt. Sie wird künftig in der israelischen Botschaft in Ankara (Türkei) tätig sein. Das hat das Außenministerium bekannt gegeben. Als Botschafts-Mitarbeiterin vertritt sie die Interessen Jerusalems bei einem ehemaligen wichtigen Verbündeten. Zuletzt waren die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei jedoch angespannt.
Dämoinisierung Israels erlebt
Rasha Atamny stammt aus dem arabischen Dorf Baka al-Gharbiya in Zentralisrael. Sie hat an der Hebräischen Universität in Jerusalem Psychologie studiert. Im Rahmen eines Jugend-Förderprogramms konnte sie drei Monate lang die Arbeit der israelischen Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York verfolgen. Diese Erfahrung habe ihr Leben verändert, erklärt sie: „Ich habe dort gehört, wie Syrien, Saudi-Arabien, Iran, Irak und Ägypten Israel beschuldigten, systematisch Frauenrechte zu verletzten. Und da saß ich, eine arabische Muslima mit palästinensischen Wurzeln, als Vertreterin Israels in der Generalversammlung.“ Ihr sei klar geworden, wie sehr Israel von den Vereinten Nationen diskriminiert werde. Da habe sie beschlossen, selbst Diplomatin zu werden, und sich deshalb um eine Ausbildung beim Außenministerium beworben. Diese hat sie mittlerweile erfolgreich absolviert.
Muslime als Diplomaten
Atamny ist die erste Muslima, aber nicht die erste arabische Diplomatin im israelischen Staatsdienst. Rania Jubran, eine Araberin christlichen Glaubens, arbeitete in der israelischen Botschaft in Kairo. Zudem sind mehrere muslimische und christliche Männer als Diplomaten für den Staat Israel tätig. Rund 20 Prozent der israelischen Staatsbürger sind Araber.
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