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SodaStream holt 74 Palästinenser zurück

JERUSALEM, 24.05.2017 (FJ) – 74 palästinensische Angestellte von SodaStream, dem größten Hersteller von Trinkwassersprudlern, werden zu dem israelischen Unternehmen zurückkehren.

Die palästinensischen Arbeiter hatten ihren Job verloren, als SodaStream von der israelischen Siedlung Ma‘ale Adumim im sogenannten Westjordanland an einen neuen Standort in der Negevwüste umzog. Wegen der Produktion in den umstrittenen Gebieten wurde SodaStream zuvor zur Zielscheibe der Israel-Boykott-Bewegung. Die Anhänger der Bewegung hatten behauptet, dass SodaStream palästinensische Mitarbeiter diskriminiere und ihnen weniger Gehalt auszahle als ihren israelischen Kollegen.

Viele sahen den darauf folgenden internationalen Druck als Grund für die Verlegung der Fabrik. SodaStream selbst erklärte, der neue Standort sei bereits vor der BDS-Kritik festgelegt worden und das Unternehmen wäre aus wirtschaftlichen Gründen (Wachstum der Firma) umgezogen.

Sie können beweisen, dass Koexistenz möglich ist“

Die Arbeitserlaubnisse der Palästinenser, die ihnen das Recht gaben, aus dem Westjordanland nach Israel einzureisen, waren im Februar 2016 abgelaufen. Die israelische Regierung hat jetzt zugestimmt, die Genehmigungen nach mehreren Anträgen von Sodastream und ihrem Geschäftsführer Daniel Birnbaum wieder zu erteilen.

„Wir freuen uns sehr, unsere 74 treuen palästinensischen Angestellten wieder willkommen heißen zu können“, so Birnbaum. „Die israelische Regierung hat eine moralische und ehrenvolle Entscheidung getroffen und unseren Mitarbeitern ihre Arbeitsgenehmigungen gewährt, sodass diese nun ihre Familien versorgen können und auch beweisen können, dass Koexistenz möglich ist.“

SodaStream beschäftigt jetzt mehr als 1.400 Mitarbeiter in der Nähe von Rahat. Ein Drittel der Angestellten sind arabische Beduinen aus der Umgebung. Auch die palästinensischen Arbeiter waren glücklich über die Genehmigung. „SodaStream ist unser zweites Zuhause“, erklärte der 42-jährige Ali Jafar der „Jerusalem Post“. „Wenn man die Gelegenheit bekommt, nach Hause zurückzukehren, dann kommt man natürlich zurück.“

 

Das Team von „Fokus Jerusalem“ hat SodaStream bereits am neuen Standort besucht und einen Einblick in das Unternehmen bekommen. Den Beitrag gibt es hier zu sehen:

 

Foto: Fokus Jerusalem

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