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BDS offiziell für Nobelpreis nominiert

Ein Kommentar von Virginia Meisinger

JERUSALEM, 21.02.2018 – Jedes Jahr wird er verliehen – der Friedensnobelpreis, eine Auszeichnung für „denjenigen, der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt hat.“ Für den Friedensnobelpreis 2018 hat der norwegische Abgeordnete Bjørnar Moxness die Bewegung „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“, abgekürzt BDS, offiziell nominiert. Für ihn spiegle die Normierung eine „wachsende internationale Solidarität mit dem palästinensischen Kampf für Gerechtigkeit und Würde sowie Freiheit“ wieder. Doch was macht die Organisation BDS wirklich? Ist Sie tatsächlich für die Palästinenser oder vielmehr gegen Israel? Fördert BDS wirklich die Verbrüderung der Völker und den Frieden oder erinnern die Aktionen der Organisation nicht vielmehr an die Taten des NS-Regimes im Kampf gegen die Juden? Soll der Boykott israelischer Waren, Künstler und Intellektueller wirklich jemanden nutzen? Oder vielmehr jemandem schaden?

Der Friedensnobelpreis ist nicht mehr, was er einst war

Für Gil Troy, Autor und Professor an der McGill Universität in Kanada ist der Fall klar. In einem Kommentar in der israelischen Onlinezeitung „Jerusalem Post“ schreibt er: „In der Tat ist BDS […] „perfekt in Einklang“ mit dem, was „internationales Recht und universelle Menschenrechte“ geworden sind: Travestien, sowie Verrat an ihrer eigentlichen Bedeutung und Gründungsmission und Rammböcke gegen Israel.“ Für ihn ist der Friedensnobelpreis schon lange nicht mehr das, was er ursprünglich hätte sein sollen. Mit dieser Normierung ist die Auszeichnung für Gil Troy „ der Preis von Yasser Arafat, dem Großvater des modernen Terrorismus, […] der Preis von Aung San Suu Kyi, die Menschenrechte-Heuchlerin, […] der Preis von Jimmy Carter, […] der eine großartige Möglichkeit aufzeigt, einen Friedensnobelpreis zu verdienen: sich den Diktatoren zu beugen.“

Laut Troy passen die BDSler in die Konzepte dieser Menschen. Wie Arafat rechtfertigen auch sie den Terrorismus und ermutigen Palästinenser, Israel zu zerstören.

BDS – Schaden statt Hilfe

BDS steckt ganze Nationen in Schubladen und behandelt Israel als den kollektiven Juden, der Unschuldige bedroht. In ihrem Gründungsaufruf vom 9. Juni 2005 heißt es, dass Israel „kolonial“ sei, Rassendiskriminierung praktiziere und „hauptsächlich auf dem von seinen palästinensischen Eigentümern ethnisch gesäuberten Land gebaut wird“. Diese Aussagen berechtigen zur Delegitimierung Israels und rechtfertigen seine Zerstörung – für den, der es nicht besser weiß. Kaum einer erkennt die Lügen in diesen Aussagen. Wer mit offenen Augen durch Israel fährt und ins Gespräch mit dem ein oder anderen Palästinenser kommt, erkennt schnell, dass das, was BDS zu meinen tut, in Israel nicht wirkt. So führt der Boykott von israelischer Ware zur Schließung von Fabriken in Israel – doch wer arbeitet dort? Palästinenser! Und wer hat durch den Boykott, der den Palästinensern helfen soll, kein Geld mehr zum Leben? Eben diese!
Längst nicht jeder Palästinenser ist dankbar für die „guten Taten der BDS.“
Genauso, wie es nur wenige wirklich radikale Juden gibt, die die „fanatische Sicht“ haben, von der BDS meint, dass diese jeder Jude vertreten würde, trifft man nur wenige Palästinenser, die wirklich durchweg undankbar sind und sich unterdrückt fühlen. Viele sind dankbar für ihre guten Arbeitsstellen in Israel, die ordentlicher strukturiert sind und einen höheren Lohn bieten, als das palästinensische Pendant. Sicher gibt es auf beiden Seiten radikale Vertreter – aber muss denn unbedingt die ganze Welt unter den Aspekt der Gerechtigkeit und den Appell der Solidarität beginnen sich in etwas einzumischen, indem es Dinge boykottiert, ohne die Folgen wirklich abschätzen zu können?
Eines schafft
BDS nämlich sehr gut: Judenhass scheren – aus vermeintlich guten Gründen und mit guten Gewissen. Verwirren von Menschen, die in dem „Nahost-Wirrwarr“ keinen tiefen Einblick erhalten. Basierend auf Lügen.

Einen FRIEDENSnobelpreis für eine Organisation, die Arbeitslosigkeit, Leid und Hass bringt. Traurige Welt.

Foto: Demonstration der BDS in Frankreich
Quelle: Wikimedia Commons, Takver

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