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Israel genehmigt Gazas Christen Einreise für Osterfeiertage

GAZA/JERUSALEM, 21.04.19 (DK) – Israel hat Hunderte von Genehmigungen an palästinensische Christen aus dem Gazastreifen ausgestellt, denen es erlaubt Jerusalem für das Osterfest zu besuchen. Die christliche Gemeinde macht weniger als 1% der Gesamtbevölkerung der Küsten-Enklave aus. Ein israelischer Beamter gab bekannt, dass Sicherheitsbeamte die Genehmigungen als keine Bedrohung für Israel einstufen. „In den kommenden Feiertagen können Christen aus dem Gazastreifen Judäa und Samaria sowie Ostjerusalem besuchen und ins Ausland reisen“, sagte der Beamte, welcher um Anonymität bat. Die meisten Christen aus Gaza werden erst am kommenden Sonntag Ostern feiern, gemäß der Tradition der griechisch-orthodoxen Kirche.

Christen im Gazastreifen sind Diskriminierungen ausgesetzt

Laut einem Bericht des Zentralbüros für Statistik der Palästinensischen Autonomiebehörde lebten im Februar 2018 1,138 palästinensische Christen in Gaza. Fast alle von ihnen leben in Gaza City und viele von ihnen haben Familienangehörige im Westjordanland. Die christliche Bevölkerung im Gazastreifen befindet sich in einer prekären Lage. Von der internationalen Welt werden sie als Palästinenser betrachtet, während ihre eigene Regierung und die Mitbürger sie aufgrund ihrer Religion als Minderheit behandeln. Dadurch ist die gemeinde ständigen Diskriminierungen ausgesetzt. So ist es Christen in dem radikalislamischen Umfeld der Region beispielsweise fast unmöglich Arbeit zu finden, obwohl viele einen hohen Bildungsabschluss besitzen.

Ob es die Christen für die Feiertage tatsächlich bis nach Jerusalem schaffen werden, steht weiterhin in Frage. Ein Beamter der Palästinensischen Behörde, der für die Beantragung von Genehmigungen zuständig ist, sagte, er sei nicht über die israelische Entscheidung informiert worden. „Ich weiß nur von 200 Genehmigungen, um ins Ausland zu reisen“, sagte er in einem Anruf. „Ich wurde über nichts anderes informiert.“ Noch sind die nötigen Reisedokumente nicht bei der christlichen Gemeinde in Gaza angekommen. Elias al-Jalda, ein christlicher Aktivist aus der Küsten-Enklave sagte, Israel sollte die Palästinenser in Gaza rechtzeitig informieren. „Die Menschen hier brauchen ein paar Tage, um sich auf die Reise vorzubereiten. Israel sollte sicherstellen, dass es uns rechtzeitig vor den Feiertagen mitteilt, ob wir die Genehmigung haben, nach Jerusalem, in das Westjordanland oder ins Ausland zu gehen“, so Jalda.

Übergänge zwischen Israel und Gaza während Pessach geschlossen

Die zuständige Behörde für alle Grenzübergänge von Israel in den Gazastreifen hat am Donnerstag angekündigt, dass alle Kreuzungen seit dem vergangenen Freitagmorgen für eine Woche anlässlich des Pessachfestes geschlossen wurden. Das Verteidigungsministerium erklärte jedoch, es werde bei „humanitären und medizinischen Ausnahmefällen“ den Durchgang ermöglichen. Israel schränkt den Ein- und Ausgang von Gütern in den Streifen sehr stark ein. Damit wollen die israelischen Sicherheitsbehörden den Waffenschmuggel nach Gaza verhindern.

Foto: Christliche Familien aus dem Gazastreifen an der Erez-Kreuzung, Ostern 2008. Quelle: Wissam Nassar/Flash90

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