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Israel will Bahnhof nahe der Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt bauen

JERUSALEM, 19.02.2020 (DK) – Das israelische Verkehrsministerium hat mitgeteilt, dass nahe der Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt ein Bahnhof gebaut werden soll. Die neue Bahnstrecke wird vorraussichtlich vom Flughafen Ben Gurion bis in das jüdische Viertel der Altstadt verlaufen. Dies habe der Staatliche Planungs- und Baurat bereits genehmigt. Aus älteren Entwürfen geht hervor, dass die Haltestelle nach dem US-Präsidenten Donald Trump benannt werden soll. Die Klagemauer ist die heiligste Stätte im Judentum und wird jedes Jahr von mehreren Millionen Touristen aus aller Welt besucht. 

Drei Kilometer langer Tunnel unter Jerusalemer Innenstadt

Das Projekt sieht den Bau eines drei Kilometer langen Tunnels vor, der sowohl unter der Innenstadt als auch Teilen der Altstadt Jerusalems verlaufen soll. Die neue Bahnlinie wird eine Verlängerung der bereits existierenden Schnellzug-Bahnstrecke zwischen Tel Aviv und Jerusalem. Seit Dezember vergangenen Jahres können Fahrgäste nun in nur 30 Minuten vom Hagana-Bahnhof in Tel Aviv zum Yitzchak-Navon-Bahnhof in Jerusalem gelangen. Die vollständig elektrifizierte Hauptbahnlinie zwischen den beiden wichtigsten Städten des jüdischen Staates befand sich seit dem Jahr 2001 im Bau. 

Das neue Bahnhofs-Projekt wurde vor drei Jahren von Israel Katz, dem damaligen Verkehrsminister, vorgestellt. Sein Nachfolger, Bezalel Smotrich, bezeichnete den Plan als eine „historische“ Entwicklung und sagte, es sei „eine sehr gute Nachricht für die israelischen Einwohner und die Millionen von Touristen, die nach Jerusalem kommen“. Das Budget wurde auf etwa 600 Millionen Euro geschätzt. 

Jordanien nennt Pläne zum Bau des Bahnhofs einen „Verstoß gegen das Völkerrecht“

Direkt neben der Klagemauer, auf dem Tempelberg, befindet sich auch der Felsendom und die Al-Aksa-Moschee, die drittheiligste Stätte im Islam. Bauprojekte, sowie archäologische Ausgrabungen in der Nähe des Tempelbergs haben in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten mit den Palästinensern geführt. Jordanien verurteilte am Dienstag die Pläne des israelischen Verkehrsministeriums den neuen Bahnhof zu errichten. Daifallah al-Fayez, der Sprecher des jordanischen Außenministeriums, nannte den Plan einen „offensichtlichen Verstoß gegen das Völkerrecht“ und forderte die internationale Gemeinschaft auf, „ihre Verantwortung zu übernehmen, um die illegitimen und illegalen israelischen Vorhaben zurückzuweisen“.

Bild: Der Schnellzug zwischen Tel Aviv und Jerusalem über dem HaAzarim-Tal. Quelle: Yonatan Sindel/Flash90

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