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Palästinensische Autonomiebehörde warnt vor massivem Coronavirus-Ausbruch

RAMALLAH, 27.03.2020 (DK) – Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat gewarnt, dass es zu einem massiven Ausbruch des neuartigen Coronavirus im sogenannten Westjordanland kommen könnte. Am Donnerstag wurden 13 neue Fälle von COVID-19 in dem palästinensischen Dorf Biddu nachgewiesen. Insgesamt sind 84 Menschen in den Autonomiegebieten positiv auf den Erreger getestet worden. Die Behörde verzeichnete zudem den ersten Todesfall infolge einer Ansteckung. Palästinenser, die sich regelmäßig in Israel aufhalten oder aus dem Ausland zurückkehren, wurden vom Gesundheitsamt in Ramallah aufgefordert, sich umgehend in häusliche Quarantäne zu begeben. 

Der Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums, Moshe Bar Siman-Tov, zeigte sich ebenfalls besorgt über die neue Entwicklung. „Wir hängen aus epidemiologischer Sicht eng zusammen. Was dort passiert, wird letztendlich auch hier passieren“, erläuterte er. Am Sonntag verhängte der Premierminister der PA, Mohammed Shtajjeh, bereits eine allgemeine Ausgangssperre. Die Bürger sollen ihre Häuser für unbestimmte Zeit nur noch für Einkäufe und Arztbesuche verlassen dürfen. Die Stadt Betlehem wurde infolge eines Ausbruchs Anfang diesen Monats abgeriegelt.

Palästinenser sind im Kampf gegen das Virus auf Israels Hilfe angewiesen

Ein Beamter des Gesundheitsministeriums in Ramallah erklärte gegenüber der Tageszeitung Jerusalem Post, dass die Palästinenser diese Krise nicht alleine bewältigen können. „Wir werden die Hilfe Israels und anderer internationaler Parteien brauchen. Wir stimmen uns bereits jetzt täglich mit Israel ab, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen“, erklärte er. Die 16 Krankenhäuser im sogenannten Westjordanland verfügen weder über genug Personal noch über ausreichend medizinische Ausrüstung, um große Zahlen infizierter Patienten zu behandeln. 

UN lobt Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinensern

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, lobte die Kooperation zwischen Israel und der PA hinsichtlich des Kampfs gegen den Coronavirus. „Israelis und Palästinenser sind ein Paradebeispiel für die Zusammenarbeit im Kampf gegen Corona“, sagte Guterres und forderte zu einem weltweiten Waffenstillstand auf. Israel hat bislang 400 Testkits und 500 Schutzausrüstungen an die PA geliefert. Zudem werden gemeinsame Online-Workshops für den Umgang mit infizierten Personen angeboten. Der israelische Präsident Rivlin erklärte zuversichtlich: „Unsere Fähigkeit, in Krisenzeiten zu kooperieren, ist auch ein Beweis für unsere Fähigkeit, in Zukunft zu unserem gemeinsamen Wohl zusammenzuarbeiten.“

Bild: Palästinensische Sicherheitskräfte bewachen Eingang zum „Angel Hotel“ in Bethlehem. Quelle: Wisam Hashlamoun/Flash90

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