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Netanjahu warnt vor weiteren Explosionen in Beirut

JERUSALEM / NEW YORK, 30.09.2020 (TPS/TM) – Im Libanon drohen weitere Explosionen. Grund dafür seien Munitionslager der Terrorgruppe Hisbollah. Das hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Dienstagabend in einer per Video übertragenen Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen erklärt. Netanjahu verwies auf Lagerstätten inmitten von Wohngebieten in Beirut.

Waffendepot neben Gasfabrik

Der israelische Regierungschef erinnerte an die schreckliche Explosion im Hafen von Beirut am 4. August, bei der rund 200 Menschen getötet, Tausende verletzt und eine Viertelmillion Menschen obdachlos wurden. Er zeigte auf eine Karte des Hafens von Beirut und sagte: „Hier könnte die nächste Explosion stattfinden. Genau hier. Dies ist das Beiruter Viertel von Janah. Es liegt direkt neben dem internationalen Flughafen. Und hier unterhält die Hisbollah ein geheimes Waffendepot.“ Dieses Waffendepot befinde sich direkt neben einem Gaslager mit Gaskanistern, nur wenige Meter von einer Tankstelle entfernt. Es sei umgeben von zivilen Wohnungen.

Netanjahu machte auch auf den Eingang zu einer Raketenfabrik der Hisbollah aufmerksam, die sich in der Nähe der Gasgesellschaft befinde. „Ich sage zu den Leuten von Janah, ihr müsst jetzt handeln. Ihr müsst dagegen protestieren. Denn wenn dieses Ding explodiert, gibt es eine weitere Tragödie.“

Raketen unter Wohngebäuden

Ein weiterer unterirdischer Standort für die Herstellung von Präzisionsraketen-Komponenten im Stadtteil Alelichi befinde sich unter vier siebenstöckigen Wohngebäuden, in denen über 70 Familien leben. Etwa 130 Meter nördlich des Geländes gebe es eine Kirche und in gleicher Entfernung ein medizinisches Zentrum. Ein dritter unterirdischer Standort für die Herstellung von Raketenteilen im Stadtteil Shuifat verberge sich unter fünf Wohngebäuden, in denen etwa 50 Familien untergebracht seien. Etwa 90 Meter nördlich des Geländes sei eine Moschee.

„Der Iran und die Hisbollah haben Sie und Ihre Familien absichtlich in große Gefahr gebracht“, unterstrich Netanjahu. Er forderte die Einwohner von Beirut auf, „klar zu machen, dass das inakzeptabel ist.“ Sie sollten darauf drängen, dass die Waffen verschwinden. 

Der Ministerpräsident erwähnte eine weitere Explosion im Libanon vor wenigen Tagen. In Ain Qana im Südlibanon sei ein Waffenlager explodiert, wobei mindestens ein Hisbollah-Kämpfer getötet wurde.

Netanjahu: Menschliche Schutzschilde

Netanjahu forderte die internationale Gemeinschaft auf, „darauf zu bestehen, dass die Hisbollah den Libanon und libanesische Zivilisten nicht mehr als menschliche Schutzschilde benutzt“. Vertreter der israelischen Armee hatten zuvor mehrfach darauf hingewiesen, dass die militärischen Aktivitäten der Hisbollah die libanesische Zivilbevölkerung in große Gefahr bringen. Die vom Iran unterstützte Miliz deponiere Waffen, Munition und Sprengstoff bewusst im Keller von Krankenhäusern, Kindergärten, Schulen und Moscheen.

Netanjahu präsentierte auf einer Karte von Beirut die geheimen militärischen Lager der Hisbollah-Terrormiliz. Quelle: GPO

Hisbollah lädt Medien ein

Der Generalsekretär der Hisbollah, Scheich Hasan Nasrallah, nahm in einer Fernsehansprache Stellung zu den Vorwürfen Netanjahus. Er lud die Medien ein, die genannten Orte zu besichtigen und „die Verlogenheit des feindlichen Führers zu erkennen.“ 

Nach der Rede von Netanjahu erklärte der israelische UN-Botschafter Gilad Erdan, dass „die weitere Entwicklung der Terrorinfrastruktur der Hisbollah im Libanon zu einer viel größeren Katastrophe führen wird als im Hafen von Beirut.“ Er forderte den Sicherheitsrat auf, schnellstmöglich über Netanjahus Enthüllungen zu diskutieren und die gesamte Hisbollah zu einer terroristischen Organisation zu erklären.

Bild: Israels Regierungschef Netanjahu bei seiner Videoansprache vor den Vereinten Nationen. Er zeigte detailliert auf, wo in Beirut die Hisbollah-Terroristen Waffen und Munition verstecken. Foto: GPO

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