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Teheran schlägt zurück: Israel beschuldigt Iran nach Angriff auf Öltanker

JERUSALEM, 01.08.2021 (DK) – Bei einem Drohnenangriff auf einen Öltanker vor der Küste Omans sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Bei dem Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Zodiac Maritime handelt es sich um den israelischen Milliardär Eyal Ofer. Jerusalem wirft dem Iran vor, dieses Manöver als einen indirekten Angriff auf den jüdischen Staat geplant zu haben. Vonseiten Teherans wurde der Vorwurf weder klar abgestritten noch bestätigt. Die Medien in der islamischen Republik halten die Attacke für einen Vergeltungsschlag. Al-Alam, ein arabischsprachiger Nachrichtensender berichtete, das Scharmützel sei die „Antwort auf einen kürzlich erfolgten israelischen Angriff“ auf pro-iranische Milizen in Syrien. 

Israels Außenminister Lapid: Iran exportiert Terror

Der Angriff auf den Frachter im indischen Ozean wird dem anhaltenden Schattenkrieg zwischen Israel und dem Iran zugeschrieben. Im Nahen Osten, vor allem auf Hoher See, finden immer wieder Angriffe statt, für die kein Land öffentlich Verantwortung übernimmt. Jedoch kommen bei solch einem Schlagabtausch normalerweise keine Zivilisten ums Leben. Diesmal hat es den rumänischen Kapitän des Schiffes und einen britischen Sicherheitsmann getroffen. Beide sind an dem Konflikt nach aktuellem Stand völlig unbeteiligt. Aufgrund der unschuldigen Opfer fand Israels Außenminister Jair Lapid besonders harte Worte für den Angriff: „Der Iran ist nicht nur ein israelisches Problem, sondern ein Exporteur von Terror, Zerstörung und Instabilität, die uns allen schaden“, so Lapid auf Twitter. Er hatte zuvor auch seinem britischen Amtskollegen Dominic Raab geraten, scharf auf den Vorfall zu reagieren. 

Teheran könnte sich verschätzt haben 

Ob der Iran bei dem Drohnenangriff mit zivilen Opfern rechnete oder nicht, bleibt derzeit offen. Laut einem Bericht in der israelischen Tageszeitung „Jerusalem Post“, verhalten sich die iranischen Staatsmedien auffällig still. Oftmals werden Angriffe auf Israel laut gepriesen. Lapid drängte die UN darauf, den Mord an den Zivilisten zu verurteilen. 

Im vergangenen Jahr haben sich die israelischen Schläge gegen iranische Atomanlagen und Waffenlager pro-iranischer Milizen zunehmend verdichtet. Am Donnerstag vergangener Woche hatte Israel einen Militärflugplatz in Syrien angegriffen, auf dem Waffen aus dem Iran deponiert worden waren. Die Al-Alam Zeitung erklärte, der Angriff auf Al-Dabaa habe zum „Märtyrertod“ zweier Personen geführt, die mit der „Widerstandsachse des Iran“ verbunden gewesen seien. 

Kopiert der Iran israelische Angriffe? 

Der ehemalige Brigadegeneral Shlomo Brom ist da anderer Meinung. Der Angriff kopiere seiner Ansicht nach Elemente eines israelischen Drohnenangriffs auf eine Atomanlage im Iran im Juni. „Die Iraner ahmen uns nach und wenden die gleichen Techniken an“, sagte Brom, heute leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am israelischen Institut für nationale Sicherheitsstudien. Die Vorgehensweise ziele jedoch darauf ab „einen umfassenden Krieg zu vermeiden“, sagte er.

Bild: Ein Schiff der amerikanischen Navy. Die Navy hat der Schiffscrew nach dem Angriff auf ihren Frachter geholfen. Quelle: Flash90

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