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Terror in der Hauptstadt: Jüdischer Taxifahrer fährt Terrorist zur Polizeiwache – Täter stellt sich nach Druck auf Familie

JERUSALEM, 15.08.2022 (NH) – Ein weiterer Terroranschlag erschüttert das Land. Gerade hat der Islamische Dschihad seinen Raketenbeschuss auf Israels Zivilbevölkerung gegen eine vorübergehende Waffenruhe ausgetauscht, da drohen neue Terroranschläge die jüdische Hauptstadt zu überfluten. Bei einer Schussattacke auf einen israelischen Linienbus wurden am späten Samstagabend acht Menschen verletzt, zwei davon schwer.

Attentat nach Abendgebet – Schreie und Schüsse

Der Bus hatte den Sektor um die Klagemauer am späten Abend mit Gläubigen verlassen, als wenig später das Feuer auf das Gefährt eröffnet wurde. Sanitäter, die in der Nähe des Tatortes wohnen, berichten später von lauten Schreien und Schüssen in der Nachbarschaft. Unter den schwerverletzten Opfern befand sich auch eine 30-jährige schwangere Frau. Das Baby wurde in einem Notkaiserschnitt auf die Welt gebracht. Der Säugling befindet sich derzeit in einem kritischen, aber stabilem Zustand. Unter den Opfern des Terroranschlages befinden sich auch vier US-Bürger. Der amerikanische Botschafter in Israel, Tom Nides, verurteilte den Terroranschlag in Jerusalem aufs Schärfste.

Nach einer sechsstündigen Verfolgungsjagd mit der Polizei, bei welcher auch Polizeihubschrauber und Straßensperren zum Einsatz kamen, stellte sich der Terrorist Amir S. später freiwillig der Jerusalemer Polizei.

Der 26-jährige Palästinenser aus Ostjerusalem hatte sich in der Nähe des Sha’arei Zedek-Krankenhauses gegen 7:20 in ein israelisches Taxi gesetzt. Er forderte den Fahrer Shalom Harush dazu auf, ihn an der zentralen Polizeiwache in der Innenstadt abzusetzen. Nach einer 12-minütigen Fahrt hatten Taxifahrer und Terrorist das Ziel erreicht.

Taxifahrer kämpft mit gemischten Gefühlen – Terrorist stellt sich freiwillig

Amir S. stieg aus dem Wagen und der Fahrer wollte seiner üblichen Arbeit zur Hauptberufszeit nachgehen, als mehrere Polizeiautos die Verfolgung des Taxis aufnahmen. Auf der Rückbank wurden die Tatwaffen, eine Pistole und ein Messer konfisziert. Shalom Harush berichtet trotz einer breiten Unterstützung des jüdischen Volkes von gemischten Gefühlen. Sein allgemeiner Gefühlszustand sei nach der Fahrt mit dem palästinensischen Terror-Gast schlecht.

Der palästinensische Attentäter ist nach ersten Polizeiberichten bereits vorbestraft. Seinem Facebook-Konto zufolge hatte er sich einen Tag vor der Attacke für ein Fitnessstudio im jüdischen Viertel der Hauptstadt interessiert. Der Palästinenser muss den immensen Druck auf sein engstes Umfeld mitbekommen haben. Nachdem israelische Sicherheitskräfte das Haus seiner Geschwister durchsucht und drei weitere Familienmitglieder, darunter seine Mutter, verhaftet hatten, stellte sich der Terrorist den israelischen Sicherheitskräften.

Die Haft des mutmaßlichen Attentäters wurde heute um 12 Tage verlängert. Amir S. wird der Körperverletzung, des Terrorismus und des versuchten Mordes angeklagt. Sprecher der Hamas begrüßten den jüngsten Terroranschlag und betitelten den Angriff als mutigen Akt des Widerstandes. Die Attacke sei eine „natürliche Reaktion auf die Besatzung und die täglichen Verbrechen jüdischer Siedler.“

Titelbild: Amir S. wird von der Jerusalemer Polizei zur Gerichtsverhandlung vor dem Jerusalemer Amtsgericht eskortiert. Der 26-Jährige wird beschuldigt, einen Schusswaffenangriff außerhalb der Jerusalemer Altstadt durchgeführt zu haben. Foto: Yonatan Sindel / Flash90

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