
***ERMORDET*** Die Gesichter & Geschichten hinter den Geiseln – Mohammad al-Atrash
JERUSALEM, 24.03.2024 (NH) – Wir wollen den Geiseln in Gaza ein Gesicht geben und ihre Geschichte erzählen. Wir wollen gemeinsam unseren Alltag für ein paar Minuten anhalten und für die Heimkehr eines jeden Einzelnen beten.
„Wer auch nur ein Leben rettet, rettet die ganze Welt“ (Mischna, Sanhedrin 4:5)
Mohammad al-Atrash (39), Sawa
Mohammad stammt aus dem Beduinendorf Sawa im Negev. Er ist mit zwei Ehefrauen verheiratet und hat mit ihnen 13 Kinder, darunter ein Baby, das zum Zeitpunkt seiner Entführung gerade einen Monat alt war. Mohammad selbst hat 22 Geschwister. Viele Beduinen, die in der Negev-Wüste im Süden Israels leben, arbeiten auf den Bauernhöfen und in der Landwirtschaft in der Region. Dutzende fielen am 7. Oktober 2023 in die Hände der barbarischen Terroristen. So auch Mohammad.
Mohammad al-Atrash arbeitete am Morgen des Schwarzen Schabbat in der Nähe des Kibbuz Nahal Oz. Berichten seiner Familie zufolge hatten sie das letzte Mal gegen 6.15 Uhr morgens Kontakt. Mohammad sprach mit seiner Familie am Telefon, als die Angehörigen vernahmen, wie Mohammad mit einer dritten Person sprach. Danach brach der Kontakt zu dem 39-Jährigen ab. Nach dem grausamen Massaker in den israelischen Grenzgemeinden wusste der al-Atrash–Clan zunächst nicht, was ihrem Lieben zugestoßen war. Mohammad galt als vermisst. Drei Tage nach der Terrorinvasion wurde die Familie über seine Entführung informiert.
„Unser Leben ist nicht normal, da Mohammad seit Beginn des Krieges nicht mehr zu seiner Familie zurückgekehrt ist“, berichtet sein Onkel in den israelischen Medien. „Es ist nicht einfach für uns, mit einer so schwierigen Situation umzugehen, vor allem, weil wir nicht wissen, ob er noch lebt oder tot ist. Wir hoffen, gute Nachrichten zu erhalten, die uns allen wieder etwas Freude bereitet. Jeden Tag fragen die Kinder, wann ihr Papa zurückkommt, und wir wissen nicht, was wir antworten sollen.“
Bei den blutigen Ereignissen am tragischen Schwarzen Schabbat wurden neben Mohammad sechs weitere Beduinenbürger entführt. Zwei Jugendliche wurden im Rahmen eines Geiselaustausches freigelassen. Eine weitere Beduinengeisel, der 24-jährige Samer al-Talalqa, wurde nach fast 70 Tagen Gefangenschaft bei seiner Flucht mit zwei weiteren Israelis tragischerweise durch Armeefeuer im Stadtteil Shuja’iyya in Gaza-City getötet. Mehr als 20 Beduinen wurden am 7. Oktober von Hamasterroristen brutal massakriert. Die brutalen Hamas-Mörder unterschieden nicht zwischen Juden, Beduinen, Touristen, Gastarbeitern oder israelischen Arabern.
Mohammad, wir beten für Deine Rückkehr.
***UPDATE***
Am 24. Juni 2024, 261 Tage nach dem grausamen Massaker in den Grenzgemeinden, gab die israelische Armee bekannt, dass Mohammad al-Atrash am 7. Oktober im Kampf gegen die Hamasterroristen gefallen und seine Leiche nach Gaza entführt wurde. Weiter wurde jetzt veröffentlicht, dass es sich bei dem entführten al-Atrash um einen Generalmajor im Dienst des israelischen Militärs handelt, der als Fährtenleser der nördlichen Brigade der Gaza-Division agierte. Um der Sicherheit des entführten Majors in Gefangenschaft willen, wurde das Detail bis dato streng geheim gehalten. Mit der traurigen Veröffentlichung seines Todes gab der israelische Armeesprecher nun die Details frei.


Titelbild: Mohammad al-Atrash. Foto: privat