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Goldener Blick in die Vergangenheit: 2.300 Jahre alter Kinderring in Jerusalem gefunden

JERUSALEM, 28.05.2024 (TPS) – Archäologen haben bei einer Ausgrabung im archäologischen Park der Davidsstadt in Jerusalem einen bemerkenswert gut erhaltenen 2.300 Jahre alten Kinderring aus der hellenistischen Zeit entdeckt. Das teilte die israelische Altertumsbehörde mit. Der mit einem roten Edelstein – vermutlich Granat – verzierte Goldring hat einen kleinen Durchmesser, was Experten zu der Annahme veranlasst, dass er wahrscheinlich von einem Jungen oder einem Mädchen getragen wurde.

„Ich habe Erde gesiebt und plötzlich sah ich etwas glitzern. Ich schrie sofort: ‚Ich habe einen Ring gefunden, ich habe einen Ring gefunden!‘“, berichtete Tehiya Gangate, ein Mitglied des Ausgrabungsteams. „Binnen Sekunden versammelten sich alle um mich und die Aufregung war groß. Dies ist ein emotional bewegender Fund, wie man ihn nicht jeden Tag hat. Eigentlich wollte ich schon immer Goldschmuck finden und ich bin sehr froh, dass dieser Traum wahr wurde – eine Woche, bevor ich in Mutterschaftsurlaub gehe.“

Jerusalem: Einst eine aufgeschlossene Metropole

Die Entdeckung „zeichnet ein neues Bild der Natur und Statur der Einwohner Jerusalems in der frühen hellenistischen Zeit“, erläuterte Yuval Gadot, Professor an der Universität Tel Aviv. „Während wir in der Vergangenheit nur wenige Strukturen und Funde aus dieser Zeit fanden, gingen die meisten Wissenschaftler davon aus, dass Jerusalem damals eine kleine Stadt war, die auf die Spitze des südöstlichen Abhangs („Stadt Davids“) beschränkt war und über relativ wenige Ressourcen verfügte.“ Diese neuen Funde erzählten eine andere Geschichte: „Es scheint, dass die Einwohner der Stadt dem weit verbreiteten hellenistischen Stil und den auch im östlichen Mittelmeerraum vorherrschenden Einflüssen gegenüber aufgeschlossen waren.“

Biblische Geschichte zum Anfassen

Die Davidsstadt ist der ursprüngliche Kern der alten biblischen Stadt. Sie liegt etwas außerhalb der südlichen Mauern der Altstadt Jerusalems und gilt als eine der wichtigsten archäologischen Stätten Israels. Hier gründete König David seine Hauptstadt, das Gelände war Schauplatz vieler wichtiger biblischer Ereignisse. Der Park ist vor allem für den Hiskia-Tunnel bekannt, der von König Hiskia gebaut wurde, um die Stadt vor der assyrischen Belagerung unter Sanherib mit Wasser zu versorgen.

Besucher können die ausgegrabenen Überreste von Häusern, Zisternen und Befestigungsanlagen besichtigen und so einen Einblick in die antike Geschichte Jerusalems erhalten. Der Ring wird der Öffentlichkeit auf einer Konferenz am Jerusalem-Tag (4. Juni) präsentiert.

Foto: Ein 2.300 Jahre alter Goldring wurde bei Ausgrabungen in der Davidsstadt in Jerusalem entdeckt. Bild: Emil Aladjem, Israelische Altertumsbehörde

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