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Psychologischer Terror – Dschihadisten veröffentlichen Video des entführten Alex Troufanov

JERUSALEM, 29.05.2024 (NH) – Die Terrororganisation Palästinensischer Islamischer Dschihad, kurz PIJ, hat ein 29 Sekunden langes Video mit einem Lebenszeichen des entführten Alexander (Sascha) Troufanov veröffentlicht. Der junge Mann behauptet, bald werde die ganze Wahrheit über sein Schicksal und das weiterer Gefangener ans Licht kommen. Der 28-Jährige werde in den kommenden Tagen erzählen, “was er durchmacht”. Der PIJ, der neben der Hamas im Gazastreifen operiert, hat einige der israelischen Geiseln seit dem 7. Oktober 2023 in ihrer Gewalt und setzt ihren grausamen Psychoterror unbeirrt fort.

Kurzes Video mit erschreckender Botschaft

Das halbminütige Video ist das erste Lebenszeichen des jungen Mannes. Weiter enthält die Botschaft zusätzliches Filmmaterial von entstellten Gesichtern und bedenklichen Konditionen weiterer Geiseln. Wie auch in vorherigen Pychoterror-Videos, liest der Entführte einen von den Terroristen diktierten Text vor. In dem Video hört man den jungen Mann sagen: “Mein Name ist Alexander Troufanov. Bürger Israels und Demonstranten, in den kommenden Tagen werdet ihr von mir die ganze Wahrheit darüber hören, was mir und den anderen “Häftlingen” hier in Gaza widerfahren ist. Ich bitte Euch, noch etwas geduldig zu sein”.

Das Forum der Geiselfamilien erklärt in einer öffentlichen Stellungnahme, dass “Alex‘ Lebenszeichen ein weiterer und klarer Beweis dafür ist, dass die israelische Regierung dem Verhandlungsteam ein bedeutendes Mandat erteilen muss, das zu einem Abkommen führen kann, um alle Entführten, die Lebenden in die Rehabilitation und die Ermordeten zur Bestattung, zurückzubringen.”

Der Zustand weiterer Geiseln wirft schwere Bedenken um ihren Gesundheitszustand auf. Foto: Screenshot PIJ-Video

Familienangehörige fordern Geiselabkommen

Wenige Stunden nach der Veröffentlichung des Videos veröffentlichten Alexanders Mutter, seine Großmutter und seine Freundin eine erste Reaktion auf das Bildmaterial. “Sascha zu sehen, macht mich sehr glücklich, aber es bricht mir das Herz, dass er so lange in Gefangenschaft ist”, erklärt seine Mutter sichtlich bewegt und fügte hinzu: “Ich appelliere an die Entscheidungsträger, alles zu tun, um meinen Sohn zu retten.”

Seine Großmutter wandte sich direkt an ihren Enkel: “Ich hoffe, dass wir Dich bald lebend sehen werden”. Seine Lebensgefährtin Sapir wandte sich ebenfalls an Alexander: “Mein lieber Sascha, wir warten auf Dich, komm bald wieder zu uns zurück. Wir unternehmen alle erdenklichen Anstrengungen, damit dies in naher Zukunft geschieht.”

Entführt aus Nir Oz

Alexander (Sascha) Troufanov lebte in Tel Aviv, aber vor dem Simchat-Torah-Feiertag besuchte er, zusammen mit seiner Freundin Sapir Cohen, seine Eltern und seine Großmutter im Grenzkibbuz Nir Oz.

Während des schrecklichen Hamas-Massakers am 7. Oktober im Grenzkibbuz Nir Oz wurde er zusammen mit drei weiteren Familienmitgliedern entführt: seiner Großmutter Irena Tati (73), seiner Mutter Ilena (50) und seiner Freundin Sapir. Saschas Vater Witali wurde bestialisch ermordet.

Mutter und Großmutter wurden im Rahmen eines vorübergehenden Waffenstillstands und Geiselabkommens am 29. November nach 54 Tagen Gefangenschaft  und auf dringendes Ersuchen des russischen Präsidenten Wladimir Putin von der Terrororganisation freigelassen. Am darauffolgenden Tag kehrte auch Sapir nach Israel zurück. Sascha verblieb als Einziger in Geiselhaft. 

125 Entführte, darunter dutzende Tote, werden seit 235 Tagen von den Terroristen im Gazastreifen festgehalten.

Titelbild: Das erste Lebenszeichen von  Alexander (Sascha) Troufanov. Foto: Screenshot PIJ-Video

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