zurück zu Aktuelles

Hamas besteht auf Änderungen des Angebots für Waffenruhe und Freilassung der Geiseln

JERUSALEM, 12.06.2024 (TM) – Die Hamas hat ihre offizielle Antwort auf den zwölf Tage zuvor von Israel unterbreiteten Vorschlag zur Freilassung der Geiseln und zu einem Waffenstillstand übermittelt. Die Terrorgruppe behauptete, sie habe „Änderungen“ vorgenommen, während Israel erklärte, die Antwort komme einer Ablehnung des Vorschlags gleich.

Die Antwort der Hamas wurde Katar und Ägypten übermittelt, die sie an den dritten Vermittler, die Vereinigten Staaten, weiterleiteten. Alle drei Länder gaben Erklärungen ab, dass sie den Vorschlag prüfen würden, ohne näher darauf einzugehen. Die Hamas versicherte, sie sei weiter „gesprächsbereit“.

Verhandlungen erneut in der Sackgasse

Die Verhandlungen mit der islamistischen Gruppe laufen seit Monaten nach demselben Muster ab: Die Hamas erklärt öffentlich, sie stehe einem Vorschlag „offen“ und „positiv“ gegenüber, was ihr wohlwollende Schlagzeilen einbringt. Dann gibt sie bekannt, sie habe noch „Ergänzungen“. Das sind aber tatsächlich neue Forderungen, die das ursprüngliche Angebot auf den Kopf stellen. Israel lehnt das prompt ab – und wird als kriegslüsterner Gegner einer Waffenruhe an den Pranger gestellt.

Die USA und auch die Europäische Union hatten das jüngste Angebot Israels als „sehr großzügig“ bezeichnet. Der Weltsicherheitsrat appellierte an die Hamas, dem Vorschlag zuzustimmen. US-Präsident Joe Biden hatte den dreistufigen Plan öffentlich vorgestellt. Das Abkommen sieht zunächst einen sechswöchigen Waffenstillstand vor, in dessen erster Phase die Hamas die noch lebenden weiblichen, alten und kranken Geiseln freilassen soll.

Im Gegenzug würde Israel Hunderte von palästinensischen Sicherheitsgefangenen freilassen, die israelischen Streitkräfte aus den Bevölkerungszentren des Gazastreifens abziehen, die uneingeschränkte Rückkehr der Palästinenser in alle Gebiete des Streifens ermöglichen und die tägliche Einfuhr von 600 Lastwagenladungen humanitärer Hilfsgüter in die Enklave erleichtern.

Während der sechswöchigen ersten Phase würden Israel und die Hamas „die notwendigen Vereinbarungen aushandeln, um zu Phase zwei zu gelangen, die ein dauerhaftes Ende der Feindseligkeiten bedeutet.“

Vollständiger Truppenabzug

In Phase zwei würde die Hamas die verbleibenden lebenden israelischen Geiseln, einschließlich der männlichen Soldaten, freilassen. Im Gegenzug würde Israel seine Streitkräfte vollständig aus dem Gazastreifen abziehen und die vereinbarte Anzahl palästinensischer Sicherheitsgefangener freilassen.

Zu Phase drei hieß es, sie würde „ein ziemlich umfangreiches drei- bis fünfjähriges Wiederaufbauprogramm für den Gazastreifen umfassen… das von den USA, der internationalen Gemeinschaft und anderen voll unterstützt wird.“

Nach Angaben aus ägyptischen Sicherheitskreisen will die Hamas von den USA schriftliche Garantien für einen dauerhaften Waffenstillstand und den vollständigen Abzug der israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen, bevor sie das Angebot unterzeichnet. Außerdem habe sie den Zeitplan für den israelischen Abzug aus dem Küstengebiet verändert. Arabischen Quellen zufolge gibt es zudem folgende Streitpunkte: Die Hamas fordert einen vollständigen Rückzug Israels aus dem Gazastreifen, während sich die Armee nur aus besiedelten Gebieten zurückziehen will. Der arabische Sender Al Jazeera meldet, wichtig sei der Hamas der Rückzug der Truppen vom Grenzübergang Rafah (dort gibt es zahlreiche Schmuggeltunnel) sowie aus der Pufferzone zwischen Ägypten und Gaza. Die Terrorgruppe bestehe zudem auf einem dauerhaften Waffenstillstand, während Israel nur einen vorübergehenden Waffenstillstand anbiete.

Bild: Israelis protestieren vor dem Hotel von US-Außenminister Antony Blinken in Tel Aviv und fordern die Freilassung der von Hamas-Terroristen im Gazastreifen entführten Israelis. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90

Weitere News aus dem Heiligen Land