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Israelische Aufklärungsarbeit erreicht Millionensummen – Onlineplattformen löschen Kampagnen der Regierung

JERUSALEM, 03.07.2024 (NH) – Mit Beginn des Gazakrieges haben sich viele israelische Stars und Influencer, wie der arabische Aktivist Yosef Haddad und die Schauspielerin Noa Tishbi, der weltweiten Aufklärungsarbeit und dem Informationskrieg verschrieben. Israelische Ministerien verfolgten zunächst gelähmt die Onlineschlachten. Offizielle PR-Kampagnen wurden lange Zeit vermisst. Bis sich auch die staatlichen Ministerien der Antisemitismus-Bekämpfung auf sozialen Plattformen verschrieben, wurde ein großer Teil der Kampagnen schlichtweg gelöscht. In einer Regierungsdebatte wurden nun Sanktionen gegen soziale Netzwerke gefordert, die Inhalte mit israelischen Symbolen konsequent entfernen.

“Staatliche Interessenvertretung wird als Propaganda wahrgenommen”

Zunächst war das “Ama Research Institute”, davon überzeugt, zivil-private Interessenvertretung sei am effektivsten: “Die Menschen haben das Fehlen einer organisierten offiziellen PR-Kampagne des Staates kritisiert. Doch staatliche Interessenvertretung wird in westlichen Ländern als Propaganda wahrgenommen”, erklärt die Institutsleiterin Sarit Zehavi. Doch tatsächlich investierten kurze Zeit nach Kriegsausbruch verschiedene Ministerien über das staatliche Werbebüro große Summen in die Erstellung pro-israelischer Kampagnen. Die Inhalte wurden auf einigen Netzwerken jedoch konsequent gelöscht. So weigert sich zum Beispiel die Medienplattform TikTok, gesponserte Inhalte mit dem Slogan “Gemeinsam werden wir gewinnen” oder Symbolen des Staates Israel hochzuladen. Gestern traf sich der Ausschuss für “Einwanderung, Absorption und Diaspora”, um die Regierungspläne zur Bekämpfung des Antisemitismus in den sozialen Medien zu diskutieren. Das Komitee lud zwar auch die Vertreter verschiedener sozialer Netzwerke ein, doch die Einladung blieb unbeantwortet.

TikTok gegen israelische Aufklärungsarbeit

“Wir haben ein Video über den Krieg auf TikTok hochgeladen und nach drei Minuten wurde es entfernt”, berichtet Moria Shalom, Generaldirektor des Government Advertising Bureau. Weiter würden auch private Organisationen die Entfernung ihrer Inhalte beklagen. “TikTok entfernt alle Kampagnen, die Symbole des Staates Israel enthalten”, erklärt Hagit Cohen, Direktorin der Abteilung für Werbung, Marketing und PR im Bildungsministerium. Auch das Ministerium für Diaspora-Angelegenheiten befasste sich mit dem Phänomen. Demnach habe das Ministerium seit Kriegsbeginn “mehr als 23 Millionen (umgerechnet 5,7 Millionen €) für Aufklärungsarbeiten in sozialen Medien investiert”. Ruth Cohen-Dar, Direktorin der Antisemitismusbekämpfungs-Abteilung im Außenministerium legte offen, dass “das Außenministerium mehr als 37.000 Inhalte in verschiedenen Sprachen auf sozialen Plattformen veröffentlicht und damit weltweit 4 Milliarden Menschen erreicht hat”. Aber auch hier löscht TikTok pro-israelische Inhalte konsequent. Der Ausschussvorsitzende Oded Forer appellierte an die Regierung, “ein Gesetz zu schaffen, das es ermöglicht, Sanktionen gegen soziale Netzwerke zu verhängen, um antisemitische und rassistische Inhalte gegen Israel zu entfernen”. “Israel sollte die europäische Gesetzgebung übernehmen, wenn es darum geht, Sanktionen gegen soziale Netzwerke zu verhängen.” 

Titelbild: TikTok löscht wiederholt Inhalte mit israelischen Staatssymbolen. Foto: Pixabay

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