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Neue israelische Militäroffensive im Norden und im Zentrum des Gazastreifens

JERUSALEM, 08.07.2024 (TPS) – Israelische Soldaten haben heute eine Kommandozentrale und Waffenfabrik der Hamas in Shejaiya im nördlichen Gazastreifen gestürmt und zerstört. Das berichtete die israelische Armee (IDF). „Hamas-Kämpfer des Shejaiya-Bataillons hatten sich dort verschanzt und terroristische Aktivitäten durchgeführt“, erklärte die Armee.

Bei der Durchsuchung des Geländes fanden und zerstörten die Soldaten eine Waffenproduktionsstätte sowie Dutzende von Waffen, darunter Mörser, Maschinengewehre, Granaten und Geheimdienstdokumente, die neben anderer Ausrüstung und UNRWA-Uniformen versteckt waren. UNRWA ist das Palästinenserhilfswerk der Vereinten Nationen.

Hamas wieder in Gaza-Stadt aktiv

Zuvor hatte die Armee bekannt gegeben, sie habe in der Nacht mehrere terroristische Einrichtungen in Gaza-Stadt gestürmt, in denen die Hamas und der Palästinensische Islamische Dschihad operierten, darunter auch das UNRWA-Hauptquartier. Gaza-Stadt galt als von der Hamas befreit, doch nach Abzug der israelischen Truppen waren Kämpfer der Terrorgruppe zurückgekehrt. 

In den vergangenen Tagen griff Israel auch Terrorkommandos an, die sich in Schulen und medizinischen Kliniken versteckt hielten, unter anderem in Gaza-Stadt und in zwei UN-Schulen in den Vierteln Al-Furqan und Daraj Tuffah in Gaza-Stadt. In einer Schule wurden Waffen, Granaten und Geheimdienstdokumente beschlagnahmt, während in der medizinischen Klinik ein Kriegsraum mit Kommunikations- und Beobachtungsgeräten sowie Geheimdienstdokumenten entdeckt wurde.

Am Wochenende zerstörten die israelischen Streitkräfte einen Tunnelschacht im Rathaus von Khan Yunis, der von der Hamas als Versammlungsort genutzt wurde, sowie eine UN-Schule in Nuseirat, die der Terrorgruppe als Kommandozentrale diente.

Hilfswerk hilft der Hamas

UNRWA steht seit Monaten in der Kritik. Israelische Vertreter fordern, dem Hilfswerk die Befugnisse im Gazastreifen zu entziehen und die Gelder zu streichen, nachdem bekannt geworden war, dass Mitarbeiter des Hilfswerks an den Angriffen der Hamas am 7. Oktober beteiligt waren. Die israelische Regierung umgeht das UNRWA bei der Verteilung humanitärer Hilfe.

Am 30. Mai verabschiedete die Knesset in erster Lesung ein Gesetz, das das Außenministerium ermächtigt, das UNRWA als terroristische Organisation einzustufen und ihm diplomatische Immunität, Steuerbefreiung und andere rechtliche Vorteile zu entziehen. Am selben Tag forderte die israelische Landbehörde das UNRWA auf, seine Büros in Jerusalem zu räumen, da es seinen Mietvertrag verletzt habe.

Im Februar fror Israels größte Bank das UNRWA-Konto wegen verdächtiger Geldtransfers ein, die das Hilfswerk nicht ausreichend erklären konnte. Im selben Monat entdeckten die israelischen Streitkräfte einen Hamas-Komplex direkt unter dem UNRWA-Hauptquartier in Gaza-Stadt, der direkt an das Stromnetz der Organisation angeschlossen war. In dem Komplex befanden sich zahlreiche Computerserver der Terrorgruppe.

Flüchtlinge“ erster Klasse

Die Palästinenser sind die einzige Flüchtlingsbevölkerung, für die eine eigene UN-Agentur zuständig ist, und die ihren Flüchtlingsstatus vererben können. Alle anderen Flüchtlinge in der Welt fallen unter das Mandat des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge. Israelische Offizielle haben gefordert, die UNRWA zu schließen und die palästinensischen Flüchtlinge dem UNHCR zu unterstellen.

Bei Angriffen der Hamas auf israelische Gemeinden nahe der Grenze zum Gazastreifen waren am 7. Oktober 2023 mindestens 1.200 Menschen getötet worden. 252 Israelis und Ausländer wurden als Geiseln verschleppt. Von den verbleibenden 116 Geiseln werden mehr als 30 für tot gehalten.

Bild: Ein israelischer Panzer im Gazastreifen. Die Truppen sind erneut ins Zentrum von Gaza-Stadt vorgerückt. Foto: IDF

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