
„100.000 Dollar Belohnung für denjenigen, der Geiseln aus Gaza zurück nach Hause bringt“
JERUSALEM, 22.10.2024 (TM) – Der ehemalige Geschäftsführer von SodaStream, Daniel Birnbaum (61), hat ein Video veröffentlicht, in dem er denjenigen eine Belohnung verspricht, die Geiseln aus Gaza nach Israel zurückbringen. „Dies ist eine Botschaft an die Bewohner des Gazastreifens. Ich habe ein Angebot für euch“, begann Birnbaum seine Rede in dem Video, das in den sozialen Medien kursiert: „Dies war ein schreckliches Jahr, es ist Zeit, weiterzugehen. Vor ein paar Tagen hat Benjamin Netanjahu demjenigen, der eine Geisel nach Israel zurückbringt, freies Geleit und Schutz angeboten. Ich möchte dem Angebot eine finanzielle Belohnung hinzufügen: Jeder, der eine lebende israelische Geisel nach Israel zurückbringt, erhält hunderttausend Dollar, die in bar oder in Bitcoin ausgezahlt werden. Warten Sie nicht, das Angebot gilt bis Mittwoch, den 23. Oktober um Mitternacht.“ Birnbaum spricht englisch, das Video hat arabische Untertitel.
Das Angebot des Geschäftsmanns kam, als von Flugzeugen aus Flugblätter der israelischen Streitkräfte im Süden Gazas abgeworfen wurden. Diese zeigten ein Bild des getöteten Hamas-Chefs Yahya Sinwar mit der Botschaft „Die Hamas wird Gaza nicht länger regieren“, und forderten die Freilassung der Geiseln.
Über 100 Antworten
Ein Jahr lang habe er sich überlegt, wie er den Geiseln helfen könne, berichtete der ehemalige U-Boot-Kommandant und Nike-Manager Birnbaum israelischen Journalisten. Im Gespräch mit dem Knesset-Fernsehkanal zog er eine erste Bilanz: „Es gibt über 100 Antworten von allen möglichen Orten. Es könnte Syrien sein, Saudi-Arabien, Marokko, es ist schwer zu sagen, woher – vor allem auf Telegram. Wir sind dabei, diese Angebote zu sichten und zu versuchen, das Rauschen herauszufiltern. Ich schicke diejenigen, die vernünftig sein könnten, an den Verteidigungsstab.“

Daniel Birnbaum bei seiner Ansprache an die Bewohner des Gazastreifens. Quelle: Screenshot X
Die meisten Nachrichten seien nur Müll. Das überrasche ihn nicht, „aber ich will die eine direkte Nachricht. Ich will diese eine Nachricht.“
Birnbaum sagte auch, dass er zwar nicht mit der Zentrale der Geiselfamilien zusammenarbeite, die auch nicht mit seiner Initiative verbunden sei. Aber „sehr viele“ Familien von Geiseln unterstützten ihn und hätten ihre Wertschätzung zum Ausdruck gebracht.
Angebot als großer Anreiz
Auf die Frage, warum er dieses Angebot überhaupt gemacht habe, erklärte er: „Ich hatte einfach das Gefühl, dass ich, nachdem Premierminister Netanjahu sein Angebot mit zwei Seiten des Dreiecks gemacht hatte, die dritte Seite des Preises hinzugefügt habe. Netanjahu bot die beiden ‚Seiten‘ Immunität und freies Geleit an. Das fehlende Element war, was dieses Angebot aus der Sicht eines Hamas-Aktivisten oder eines Verwandten eines Hamas-Aktivisten schwer abzulehnen macht.“
Über diejenigen, die behaupten, er würde Propaganda auf Kosten der Geiseln betreiben, sagte er: „Vielleicht sind das Leute, die selbst nichts tun. Es ist egal, was sie sagen. Wen interessiert es, was die Leute sagen? Ich will die Geiseln nach Hause bringen – so wie die meisten Menschen in Israel. Und es ist an der Zeit, genug ist genug!“
SodaStream ist ein Hersteller von Trinkwassersprudlern mit weltweit 22 Produktionsstätten. Der Hauptsitz des Unternehmens, das unter Birnbaums Regie zum Weltmarktführer wurde, ist in Israel. Das Unternehmen machte Schlagzeilen, weil Juden und Araber völlig gleichberechtigt und mit gleichen Löhnen nebeneinander arbeiteten. 2018 wurde SodaStream für 3,2 Milliarden Dollar an den Konzern PepsiCo verkauft.
Titelbild: Daniel Birnbaum im Interview mit Fokus Jerusalem. Vor dem Verkauf an Pepsi erläuterte er, warum Arbeitsplätze bei SodaStream bei Palästinensern sehr begehrt seien. Foto: Tommy Mueller / Archiv Fokus Jerusalem