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Israels Luftwaffe: „Präziser Angriff“ auf Militäranlagen mitten im Iran

JERUSALEM / TEHERAN, 26.10.2024 (TM) – Israel hat in der Nacht zum Samstag den lange erwarteten Angriff auf den Iran ausgeführt. Ziele waren ausschließlich Militäreinrichtungen. Die Ölraffinerien und Atomanlagen blieben verschont. Armeesprecher Daniel Hagari gab am Morgen bekannt, man habe alle Ziele der Mission erreicht. Gleichzeitig warnte er das Mullah-Regime vor einer weiteren Eskalation. In Teheran war man bemüht, die Folgen des israelischen Angriffs herunterzuspielen.

Komplexe Militäroperation

Nach Angaben des Militärs waren Dutzende von Flugzeugen der israelischen Luftwaffe, darunter Kampfjets, Tankflugzeuge und Spionageflugzeuge, an den Angriffen in einer Entfernung von 1.600 Kilometern von Israel beteiligt. Alle Flugzeuge kehrten nach der komplexen Operation sicher nach Israel zurück, hieß es. Die Angriffe wurden in mehreren Wellen über mehrere Stunden hinweg in verschiedenen Gebieten des Irans durchgeführt. Nach Angaben der Armee galten sie iranischen Militäreinrichtungen, einschließlich Luftabwehrbatterien und Produktionsstätten für ballistische Raketen. Die waren bei den direkten iranischen Angriffen auf Israel am 1. Oktober und am 14. April verwendet worden.

„Der Iran hat Israel zweimal angegriffen und hat nun den Preis dafür bezahlt“, unterstrich Armeesprecher Hagari. „Wir konzentrieren uns auf die Ziele des Krieges in Gaza und Libanon. Es ist der Iran, der weiterhin auf eine breite regionale Eskalation drängt.“ Der Militärsprecher erläuterte, die Ziele, die in der Nacht im Iran getroffen wurden, seien aus einer „großen Liste“ ausgewählt worden. Bei Bedarf werde man weitere Ziele aus dieser Liste treffen.

Premierminister Benjamin Netanjahu in der Nacht bei einer Sicherheitsbeurteilung im Operationszentrum der Luftwaffe, zusammen mit dem Verteidigungsminister, dem Stabschef der Armee, dem Leiter des Mossad und dem Leiter der israelischen Sicherheitsbehörde. Foto: Avi Ohayon / GPO

Yisrael Ziv, ein früherer hoher israelischer Offizier, bezeichnet die israelischen Angriffe als „historisch“. Israel habe über Stunden am Himmel über dem Iran „tun können, was es will“. Andere Fachleute waren der Meinung, die iranische Luftabwehr habe die modernen F-35-Kampfjets der Israelis auf dem Radar nicht einmal sehen können. Israel habe demonstriert, wie verwundbar die iranische Hauptstadt Teheran sei. Der Iran erklärte hingegen, sein Luftabwehrsystem habe die israelischen Angriffe erfolgreich abgewehrt, doch seien an einigen Stellen „begrenzte Schäden“ entstanden. Ein Sprecher der iranischen Zivilluftfahrtbehörde sagte ohne weitere Begründung, die Flüge auf allen Strecken seien bis auf weiteres gestrichen worden. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur IRNA.

Die USA wurden von Israel kurz vor dem Angriff informiert. Berichten aus Washington zufolge verfolgten Präsident Biden und Vizepräsidentin Harris das Geschehen live. „Dies sollte das Ende des direkten Beschusses zwischen Israel und dem Iran sein“, machte ein US-Offizieller deutlich. Er fügte hinzu, dass „Israel der Welt klar gemacht hat, dass seine Antwort nun vollständig ist“. Dementsprechend würden die USA alle einflussreichen Länder auffordern, den Iran zu drängen, die Angriffe gegen Israel einzustellen, „damit wir in den kommenden Tagen diesen direkten Zyklus von Angriffen hinter uns lassen können“.

Sirenen heulen nach schwerer Explosion

Am frühen Morgen gab es in Israel Aufregung, als im Norden des Landes die Luftalarmsirenen losheulten und Hunderttausende in Schutzräume rannten. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass es sich nicht um den befürchteten Gegenschlag des Iran handelte. Nach offiziellen Angaben handelte es sich um einen „Erdbebenalarm“. Der wurde wahrscheinlich durch einen Präventivschlags der israelischen Armee gegen eine Waffenfabrik der Hisbollah ausgelöst, die explodierte, berichteten israelische Medien.

Titelbild: Dieses Bild, das in den sozialen Medien kursiert, zeigt angeblich eine Explosion im Raum Teheran in den frühen Morgenstunden des Samstags. Quelle: privat / Social Media

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