
Grausamer Verdacht bestätigt: Chabad-Rabbiner in Dubai entführt und ermordet – Spuren führen nach Teheran
JERUSALEM, 24.11.2024 (NH) – Die Leiche des Rabbiners Zvi Kogan ist am Sonntagmorgen in den Vereinigten Arabischen Emiraten gefunden und identifiziert worden. Der israelische Chabad-Vertreter war seit Donnerstag als vermisst gemeldet. In Abu Dhabi liefen mehrere intensive Ermittlungen zum Verschwinden des jüdischen Geistlichen. Während die Identität möglicher Täter veröffentlicht wurde, ging der Mossad bereits zu Beginn der Ermittlungen von einem terroristischen Hintergrund aus. Das israelische Sicherheitsestablishment vermutete, dass Kogan von iranischen Terrorzellen entführt und ermordet worden war.
Schrecklicher Terroranschlag in Dubai
Zvi Kogan, ein israelischer Chabad-Vertreter und Rabbiner, der seit Donnerstag in den Vereinigten Arabischen Emiraten, kurz VAE, vermisst wurde, ist tot. Kogan, der als Kämpfer in der Givati-Einheit diente, war Direktor eines koscheren Supermarktes in Dubai und Berater von Levi Yitzhak Duchman, dem Oberrabbiner der jüdischen Gemeinde des Landes. Sicherheitskreise verlauteten gegenüber israelischen Nachrichtenagenturen: „Wir wissen, dass er in dem koscheren Supermarkt, den er in Dubai leitete, verfolgt wurde. Diese Woche ist er plötzlich verschwunden.“
Kogans Familie erklärte, er sei zuletzt am Donnerstagnachmittag in Dubai gesehen wurde. Als er später nicht zu den geplanten Treffen erschien und der Kontakt zu ihm abbrach, kontaktierte seine Frau den Sicherheitsbeauftragten des Chabad-Hauses, der die örtlichen Behörden alarmierte. Der Vorfall wurde sofort nach Israel gemeldet. Das israelische Verteidigungsministerium behandelte die Angelegenheit umgehend mit den Sicherheitsbehörden der VAE, die intensive und umfassende Ermittlungen einleiteten.
Verfolgt, entführt, ermordet
Kogans Auto wurde später in der Stadt Al Ain, eineinhalb Autostunden von Dubai entfernt, verlassen aufgefunden. Das Telefon des Rabbis war ausgeschaltet. Nach ersten Ermittlungen sollen drei Usbeken dem Rabbiner beim Verlassen seines Supermarktes gefolgt sein.
Unter den israelischen Spezialkräften, darunter auch der Mosad, hatte sich bereits am Wochenende der grausame Verdacht erhärtet, dass Zvi Kogan von den usbekischen Terroristen, deren Identität den Behörden inzwischen bekannt ist, entführt und ermordet wurde. Dieser Verdacht hat sich nun mit dem Fund seiner Leiche bestätigt. Die israelischen Sicherheitsbehörden wissen, dass sich die usbekischen Täter in die Türkei abgesetzt haben. Israel hofft auf eine Zusammenarbeit mit den türkischen Kollegen, um die Mörder ausfindig zu machen und zu verhaften. Der Einsatz usbekischer schiitischer Terroristen durch die Iraner ist weit verbreitet und den israelischen Behörden bekannt. Eine israelische Delegation ist inzwischen in Dubai eingetroffen, um die laufenden Ermittlungen zum Mord an dem jüdischen Geistlichen zu unterstützen.
Reisewarnung für die Vereinigten Arabischen Emirate
Das Büro des Premierministers und das Außenministerium erklärten in einer Stellungnahme: „Der Mord an Zvi Kogan ist ein krimineller antisemitischer Terrorakt. Der Staat Israel wird alles in seiner Macht Stehende tun, um die Verbrecher, die für seinen Tod verantwortlich sind, vor Gericht zu bringen“. Der Knessetabgeordnete Benny Gantz schrieb: „Ich teile die tiefe Trauer der Familie Kogan. Wir werden ermitteln und handeln – sein Blut wird nicht mutwillig vergossen werden“. Verteidigungsminister Yisrael Katz sprach von einem feigen und abscheulichen antisemitischen Terrorakt: „Der Staat Israel wird nicht ruhen, bis die Verantwortlichen für diese kriminelle Tat bezahlen“. Der Nationale Sicherheitsrat rief heute dazu auf, nicht notwendige Reisen in die VAE zu stornieren. Israelis, die sich bereits im Land aufhalten, sollen Geschäfte, Versammlungsorte und Vergnügungsstätten meiden, die mit der israelischen und jüdischen Bevölkerung identifiziert werden. Darüber hinaus wird zu erhöhter Wachsamkeit in der Öffentlichkeit und zum Verzicht auf das Tragen israelischer Symbole aufgerufen.
Rabbiner Zvi Kogan ist israelisch-moldauischer Doppelstaatsbürger und gehört der Chabad-Ortsgruppe Abu Dhabi an. Kogan reiste mit seinem moldawischen Pass in die VAE ein und war dort zunächst nicht als Israeli registriert. Bei den ersten Ermittlungen der örtlichen Behörden wurde daher nicht erwähnt, dass es sich um einen vermissten Israeli handelt. Der junge Rabbi war erst seit einem halben Jahr verheiratet. Seine Frau ist die Nichte von Gavriel Holtzberg, einem Chabad-Vertreter, der 2008 zusammen mit seiner Frau Rivka in Mumbai ermordet wurde.
Titelbild: Rabbiner Zvi Kogan wurde in den Vereinigten Arabischen Emiraten von iranischen Terrorzellen ermordet. Foto: privat