
Israel in Syrien: Drusische Dörfer wollen vom jüdischen Staat annektiert werden – die Armee sucht nach den Überresten von Eli Cohen
JERUSALEM 16.12.2024 (LS) – Zum ersten Mal seit dem Einmarsch der israelischen Truppen auf die syrische Seite der Golanhöhen, sind Vertreter der Armee mit Oberhäuptern der dortigen drusischen Dörfer zusammengetroffen.
Die Offiziere erklärten den Dorfvorstehern, ihren Bewohnern werde kein Leid geschehen und ihr tägliches Leben werde in vollem Umfang weitergehen.
Die Armee operiert zwischen sieben Dörfern im syrischen Golan. Die israelischen Streitkräfte (IDF) beabsichtigen, in dem Gebiet zu bleiben, bis es an eine „geordnete und definierte staatliche Einheit“ übergeben wird, damit terroristische Organisationen es nicht erreichen können.
Annexion?
Für die Drusen in Syrien ist eine islamistische Regierung in Syrien eine große Bedrohung und sie wissen von ihren Brüdern auf der anderen Seite der Grenze, wie das Leben in Israel aussieht. Dementsprechend ist es verständlich, dass sie sich im Hinblick auf ihre Zukunft an Israel wenden.
Am Wochenende zirkulierten Videos in sozialen Medien, die eine Versammlung von Drusen im Dorf Hader in Südsyrien nahe der Grenze zeigen. Dort sind Redner zu hören, die den Wunsch äußern, von der israelischen Armee an Israel angegliedert zu werden, um nicht unter der neuen syrischen Regierung leben zu müssen.
„Was ist unser Schicksal?“, fragt der Redner im Video. Die anwesende Menge antwortet: “Israel.“ Er fährt fort: „Im Namen aller Menschen in Hader: Wenn wir wählen müssen, wählen wir das kleinere Übel. Wir wollen an das israelische Golan angegliedert werden, um unsere Ehre zu bewahren, und das betrifft alle umliegenden Dörfer, denn das Schicksal von Hader ist das Schicksal der gesamten Region. Wir bitten darum, uns unserem Volk im Golan anzuschließen und in Freiheit und Würde zu leben.“
Suche nach Israelis
Unterdessen nutzt Israel die Chance, in Syrien nach den sterblichen Überresten von vermissten Israelis zu suchen, allen voran nach denen des legendären Spions Eli Cohen.
Eli Cohen war ein Mossad-Spion, der unter dem Deckmantel eines syrischen Geschäftsmannes in die syrische Armee eingeschleust wurde. Cohen übermittelte zwischen 1961 und 1965 Informationen an Israel. Doch seine Deckung flog auf, er wurde gefangengenommen und im Mai 1965 in Damaskus durch Erhängen hingerichtet.
Israel hat Gespräche mit syrischen Bürgern sowie verschiedenen Ländern aufgenommen, um die Grabstätte des israelischen Spions Eli Cohen zu lokalisieren, berichtete die mit der Hisbollah verbundene Zeitung Al-Akhbar am Samstag unter Berufung auf diplomatische Quellen.
Darüber hinaus versucht Israel, Kontakt zu Personen herzustellen, die in Syrien an der Seite palästinensischer Terrorgruppen operierten. Dabei geht es um die vermissten IDF-Soldaten Zvi Feldman und Yehuda Katz aus der Schlacht von Sultan Yacoub während des Ersten Libanonkriegs, wie Al-Akhbar berichtete.
Titelbild: Israelische Soldaten im Einsatz auf der syrischen Seite des Grenzzauns. Foto: Jamal Awad/Flash90