
Agam Berger, die letzte Soldatin und „mysteriöse Flechterin“, soll in der nächsten Gruppe von Geiseln freikommen – Israel fordert die Freilassung der Zivilistin Arbel Yehud
JERUSALEM 26.01.2025 (LS) – Das ganze Land hat am Samstagmorgen die Freilassung von vier der fünf am 7. Oktober 2023 entführten israelischen Soldatinnen gefeiert: Liri Albag, Daniella Gilboa, Karina Ariev und Naama Levy.
Die Freude war jedoch nicht vollkommen, denn ein Name fehlte: Agam Berger, die fünfte Soldatin und die „mysteriöse Flechterin“, die bis nächste Woche in Gefangenschaft bleiben wird.
Als die ersten Geiseln im November 2023 zurückkehrten, erregte ihr geflochtenes Haar einiges Aufsehen. Die Freigelassenen berichteten, jemand unter ihnen hätte ihr Haar sorgfältig geflochten, bevor sie gingen. Es dauerte nicht lange, bis sich herausstellte, dass es sich um Agam Berger handelte, die 20-jährige Überwachungssoldatin vom Stützpunkt Nahal Oz.
Die Zöpfe wurden zum Symbol der Hoffnung: eine stille Erinnerung daran, dass die noch immer Gefangenen nicht vergessen wurden und immer noch davon träumten, freigelassen zu werden.
Agams Mutter Merav Berger erklärte gegenüber Israel Hayom: „Agam hat den Mädchen, von denen sie wusste, dass sie entlassen werden, die Haare geflochten, obwohl sie zurückbleiben musste, um sie mit Liebe und Kraft zu verabschieden.“
Zivilistinnen weiterhin in Geiselhaft
Gleichzeitig verstärkt Israel seine Bemühungen, die Freilassung von Arbel Yehud (29) zu erreichen, einer zivilen Geisel, die während der Angriffe der Hamas am 7. Oktober entführt wurde. Laut einem israelischen Regierungsvertreter werden derzeit erhebliche diplomatische Anstrengungen unternommen, um ihre Freilassung „so schnell wie möglich“ sicherzustellen.

Gemäß dem Abkommen hätten alle Zivilistinnen vor den Soldatinnen entlassen werden sollen. Doch Arbel wurde diese Woche zurückgehalten. Außerdem hat Hamas bis jetzt keine Informationen über den Status der Zivilistin Shiri Bibas und ihre beiden rothaarigen Jungen geliefert, was ebenfalls ein Bruch des Geiseldeals darstellt. Die Terrorgruppe hätte am Samstag eine Liste mit dem Status aller verbliebenen Geiseln der ersten Phase übermitteln sollen.

„Israel hat heute vier Soldatinnen, die von der Terrororganisation Hamas entführt worden waren, im Austausch für die Freilassung von Sicherheitsgefangenen gemäß dem vereinbarten Abkommen erhalten“, erklärte das Büro des Premierministers. “Gemäß der Vereinbarung wird Israel den Bewohnern des Gazastreifens nicht gestatten, in den nördlichen Gazastreifen zu gelangen, bis die Freilassung der Zivilistin Arbel Yehud, die heute hätte freigelassen werden sollte, geregelt ist.“
Islamischer Dschihad behauptet, Arbel Yehud sei Soldatin
Ein Hamas-Funktionär erklärte gegenüber Al Jazeera: „Arbel Yehud lebt und wird nächsten Samstag freigelassen.“ Eine israelische Quelle antwortete auf diese Aussage mit den Worten: „Wir erwarten, dass Arbel Yehud so schnell wie möglich freigelassen wird.“ Israel geht davon aus, dass die Angelegenheit ihrer Rückkehr nicht zum Scheitern des Abkommens führen wird.
Ein Vertreter des Islamischen Dschihad erklärte gegenüber Al Jazeera, Arbel Yehud werde von seiner Terrorgruppe gefangen gehalten und wie eine Soldatin der israelischen Streitkräfte freigelassen. Der Vertreter behauptete, Arbel Yehud sei eine Soldatin im Raumfahrtprogramm der israelischen Streitkräfte und werde „gemäß den Bedingungen des Abkommens, wie sie vereinbart wurden“, freigelassen.
Arbel ist jedoch keine Soldatin, sondern Touristenführerin im GrooveTech-Zentrum nahe ihres Kibbutzes Nir Oz, das sich mit Technologie und Raumfahrt beschäftigt.
Titelbild: Agam Berger ist die letzte Soldatin in Geiselhaft. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90