
Pro-Palästina-Proteste in Berlin: Brutstätte des Hasses und der Gewalt
ein Kommentar von Alon David
BERLIN / TEL AVIV, 10.04.2025 – Die sogenannten „Pro-Palästina“ Proteste, die seit dem 7. Oktober 2023 in der ganzen Bundesrepublik wüten, sind eine Brutstelle für Hass, Hetze und Gewalt. Das erschreckende ist, dass diese nach wie vor stattfinden, auch wenn ein Großteil der Gesellschaft durch die fehlende Berichterstattung darüber kaum im Bilde ist. Ich verbrachte einige Tage in Berlin, um mir einen eigenen Eindruck von diesen berüchtigten Protesten in der Hauptstadt zu verschaffen. Es ist ein absurder Widerspruch: den Terror in Israel am eigenen Leib zu erleben, nur um danach in Deutschland zu stehen und zu sehen, wie dieser Terror auf den Straßen relativiert wird.
In den Reden, die zum größten Teil auf Arabisch gehalten werden – und ohne verlässliche Übersetzungen – wird von der Hamas, die mit brutalen Mitteln auch gegen die eigenen Zivilisten vorgeht, kein Wort verloren. Stattdessen wird die Terrororganisation in einigen Reden als „legitimer Widerstand“ oder „Freiheitskämpfer“ gefeiert. Israel wird dämonisiert und für einen Krieg verantwortlich gemacht, den unser Land nicht begonnen hat. Man hört wieder die längst verbotenen Ausrufe nach der einzigen Lösung einer „Intifada Revolution“ und Parolen, die Israels Existenzrecht absprechen. Wer auf diesen Demos nach friedlichem Dialog oder der Forderung einer Zwei-Staaten-Lösung sucht, ist hier eindeutlich falsch am Platz. Stattdessen gibt es hier offen ausgetragenen Hass auf Israel in seiner reisten Form.
Gewalt gegen Journalisten
Besorgniserregend ist auch die zunehmende Gewalt gegenüber Medienschaffenden. Die Berliner Journalisten Iman Sefati, Sarah Maria Sander, Jörg Reichel und Yalcin Askin vom Jüdischen Forum berichten immer wieder von verbalen und körperlichen Angriffen – einzig und allein, weil sie vor Ort sind und das Geschehen dokumentieren.
Und dann gibt es dort natürlich noch Karoline Preisler, eine bekannte Aktivistin, die sich unfassbar mutig gegen diesen Hass stellt. Sie setzt sich für die Befreiung der zivilen Geiseln ein und macht auf die sexuelle Gewalt aufmerksam, die israelische Frauen erlitten haben mit ihrem Slogan: Rape is not resistance (zu Deutsch: Vergewaltigung ist kein Widerstand) Der Hass, der Karoline Preißler entgegenschlägt, ist erschütternd. Um sie zu schützen, müssen Polizeibeamte stets an ihrer Seite sein, da die Gewaltbereitschaft der meisten Anwesenden nahezu grenzenlos scheint.
Nach diesen Erfahrungen frage ich mich: Warum werden solche Demos weiterhin genehmigt? All das hat nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern ist pure Hetze, die die Demokratie in Deutschland gefährdet. Die Parolen dieser Demonstranten richten sich nicht nur gegen Juden oder Israelis, sondern gegen alle, die für demokratische Werte einstehen. Es kann nicht länger geduldet werden, dass solche hasserfüllten Ideologien ohne Konsequenzen weiterhin auf den Straßen der neuen Partnerstadt von Tel Aviv verbreitet werden.
Versagen von Politik und Justiz
Erst wenn die Bedrohung, die von diesen Demonstrationen ausgeht, auf bundesweiter Ebene klar anerkannt und entschlossen gehandelt wird, kann sich etwas verändern. Im Moment jedoch bleibt die traurige Realität, dass jüdische und israelische Mitbürger, sowie all jene, die sich für den jüdischen Staat und gegen den Hass mutig und laut einsetzen, in Berlins Straßen nicht mehr sicher sind. Das ist ein großes Versagen – auch und vor allem der Justiz und Politik, die seit eineinhalb Jahren nicht konsequent genug eingreift.
Der Autor ist freier Journalist aus Israel und lebt unmittelbar an der Grenze zum Libanon.
Foto: Anti-Israel-Demonstranten in der deutschen Hauptstadt: Der Terror der Hamas wird ignoriert oder gerechtfertigt. Foto: Alon David