
Netanjahu warnt: Jeder künftige palästinensische Staat wäre ein Sprungbrett zur Vernichtung Israels
JERUSALEM 09.07.2025 (LS) – Premierminister Benjamin Netanjahu hat bei seinem Washington-Besuch deutlich gemacht: Er befürwortet Frieden, warnt aber zugleich davor, einem künftigen palästinensischen Staat volle Staatlichkeit zuzugestehen. Dies würde, seiner Ansicht nach, ein wiederkehrendes Sicherheitsrisiko darstellen.
Ein Staat ist ein Gefahrenherd
Laut Netanjahu diente der Hamas-Staat in Gaza als abschreckendes Beispiel. Anstatt Infrastruktur auszubauen, habe die Terrororganisation Tunnel und Bunker geschaffen, mit denen Terroranschläge durchgeführt wurden.
„Nach dem 7. Oktober sagten die Leute, die Palästinenser haben einen Staat, einen Hamas-Staat im Gazastreifen, und schaut euch an, was sie daraus gemacht haben“, erklärte Netanjahu. „Sie haben ihn nicht aufgebaut. Sie haben unterirdische Bunker gebaut, Terrortunnel, und dann haben sie unser Volk massakriert, unsere Frauen vergewaltigt, unsere Männer enthauptet, unsere Städte und Gemeinden, unsere Kibbuzim überfallen und schreckliche Massaker verübt, wie wir sie seit dem Zweiten Weltkrieg und den Nazis, dem Holocaust, nicht mehr gesehen haben. Die Menschen werden also kaum sagen: ‚Lasst uns ihnen einfach einen weiteren Staat geben.‘ Das wäre eine Plattform, um Israel zu zerstören.“
„Wir werden einen Frieden mit unseren palästinensischen Nachbarn ausarbeiten, mit denen, die uns nicht vernichten wollen, und wir werden einen Frieden ausarbeiten, in dem unsere Sicherheit, die souveräne Macht über unsere Sicherheit, immer in unseren Händen bleibt“, so Netanjahu.
Verhandlungen um Geiselabkommen
Netanjahu traf sich am Dienstag bezüglich eines Geisel- und Waffenstillstandsabkommens mit der Hamas in Gaza ein weiteres Mal mit US-Präsident Donald Trump. Es war das zweite Treffen der beiden innerhalb von weniger als 24 Stunden.
Das etwa anderthalbstündige Treffen fand vor dem Hintergrund intensiver Gespräche statt, die in den letzten Tagen zwischen Israel und der Hamas unter Vermittlung Katars in Doha geführt wurden. Die beiden gaben anschließend keine Erklärungen gegenüber den Medien ab.
Das Büro des Premierministers (PMO) erklärte: „Premierminister Benjamin Netanjahu hat vor kurzem sein zweites Treffen mit US-Präsident Donald Trump beendet.“ „An dem Treffen, das im Oval Office des Weißen Hauses stattfand, nahm auch Vizepräsident JD Vance teil“, fügte das PMO hinzu.
Unterdessen berichtete der Reporter Barak Ravid unter Berufung auf eine mit den Details vertraute Quelle, eine Delegation aus Katar sei am Dienstag zu Gesprächen im Weißen Haus über das Geiselabkommen und den Waffenstillstand in Gaza eingetroffen.
Titelbild: Palästinenser demonstrieren gegen die Palästinensische Autonomiebehörde. Foto: Mohammed Othman/Flash90