
Live-Updates: Israel jubelt und feiert die Rückkehr aller 20 überlebenden Geiseln
JERUSALEM, 13.10.2025 (TM) – Die Terrorgruppe Hamas hat heute alle 20 noch lebenden Geiseln freigelassen. Sicherheits- und Rettungsteams standen bereit, um sie in einer Militärbasis in der Nähe des Kibbuz Re’im nahe der Grenze zu Gaza in Empfang zu nehmen. Die Familien der Freigelassenen waren über Nacht aufgefordert worden, sich vor der Freilassung zur Basis zu begeben.
Die Freilassung nach zwei Jahren wurde im ganzen Land bejubelt und gefeiert. Hier die historischen Ereignisse dieses Tages zum Nachlesen:

Die Geiseln, die in der ersten Runde befreit wurden: Obere Reihe von links: Ziv Berman, Gali Berman, Matan Angrest, Alon Ohel; Untere Reihe von links: Omri Miran, Eitan Mor, Guy Gilboa-Dalal. Fotos: privat

Kurzbesuch von US-Präsident Trump
US-Präsident Donald Trump landete gegen 9:20 Uhr in Israel – ein kurzer Besuch, der Treffen in Jerusalem und eine Rede vor der Knesset umfasst. Präsident Isaac Herzog kündigte an, dass er Trump die höchste zivile Auszeichnung Israels, die Presidential Medal of Distinction, verleihen werde.
Trump sagte Reportern vor seinem Flug laut Reuters: „Der Krieg ist vorbei, das versteht ihr doch.“
Sein Besuch sollte gegen 13 Uhr enden, danach will er nach Sharm el-Sheikh in Ägypten fliegen, um an einem Gipfeltreffen zur Zukunft des Gazastreifens teilzunehmen. Israel wird bei diesem Treffen nicht offiziell vertreten sein.

Ein Arbeiter reinigt den roten Teppich vor der Ankunft von US-Präsident Donald Trump am Flughafen Ben Gurion. Foto: Noam Revkin Fenton/Flash90
Tausende freuen sich auf dem Geiselplatz
Eine Menschenmenge von Tausenden auf dem Geiselplatz in Tel Aviv jubelt lautstark, als ein Veranstalter verkündet: „Die Geiseln befinden sich in den Händen der Armee.“

Menschenmassen auf dem Geiseplatz. Foto: Amir Goldstein / Geiselforum

Israelische Militärhubschrauber starten nach Re’im, um die zurückkehrenden Geiseln in Empfang zu nehmen. Foto: IDF
Palästinenser werden freigelassen
Alle 1966 palästinensische Strafgefangene, die heute auf freien Fuß kommen sollen, wurden in den israeischen Gefängnissen in Busse gesetzt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Unter den Freigelassenen sind Schwerverbrecher, die wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden waren.
Geiselmutter Einav Zangauker hat mit ihrem Sohn Matan telefoniert, der heute frei kommt: „Du kommst nach Hause, der Krieg ist vorbei.“ Auch andere Geiseln konnten am Morgen mit ihren Angehörigen sprechen.
Trump am Ben Gurion-Flughafen gelandet
US-Präsident Donald Trump wurde mit militärischen Ehren empfangen und von Staatspräsident Herzog und Ministerpräsident Netanjahu begrüßt. Gleichzeitig meldete die Armee, das Rote Kreuz sei in den Süden des Gazastreifen unterwegs, um weitere Geiseln in Empfang zu nehmen.


Frei nach zwei Jahren: Alon Ohel trifft nach seiner Freilassung israelische Soldaten.

Die befreiten Zwillinge Ziv (links) und Gali Berman umarmen sich im Gazastreifen, nachdem sie aus der Gefangenschaft der Hamas befreit wurden. Die beiden waren offenbar während ihrer Gefangenschaft getrennt.
Alle lebenden Geiseln in Freiheit
Die letzten 13 lebenden Geiseln, die von der Hamas festgehalten wurden, sind laut hebräischen Medienberichten an das Rote Kreuz übergeben worden. Das bedeutet, dass nun keine lebenden Geiseln mehr von der Hamas gefangen gehalten werden. Die Leichen von 28 weiteren Geiseln befinden sich weiterhin in den Händen der Terrororganisation, die plant, einige von ihnen noch heute nach Israel zu überführen.

Die Familie von Omri Miran beobachtet den Moment der Übergabe an die israelische Armee. Foto: IDF

Die zweite Gruppe von Geiseln, die freigelassen wurde: Erste Reihe, von links: Evyatar David, Rom Braslavski, Elkana Bohbot, Avinatan Or, Yosef-Haim Ohana; Zweite Reihe, von links: Nimrod Cohen, Maxim Herkin, Eitan Horn; Dritte Reihe, von links: Matan Zangauker, Bar Kupershtein, David Cunio, Ariel Cunio, Segev Kalfon. Fotos: privat
Geiseln ins Krankenhaus geflogen
Die freigelassenen Geiseln Eitan Mor und die Brüder Gali und Ziv Berman wurden zusammen mit ihren Familien in einem Hubschrauber der israelischen Luftwaffe vom Stützpunkt Re’im im Süden Israels zu einem Krankenhaus im Zentrum Israels gebracht, wie das Militär mitteilt. Ein Sprecher des Sheba Medical Center sagte, das Krankenhaus sei „gebeten worden, sich auf einen möglichen Besuch von Präsident Trump vorzubereiten, um die Familie Berman zu sehen“.
Hamas gibt nur wenige Leichen zurück
Die Familien der Geiseln äußerten sich schockiert und bestürzt, als sie erfuhren, dass am Montag nur vier Leichen der verstorbenen Geiseln zurückgegeben werden, von insgesamt 28, die von der Hamas festgehalten werden. Dies stelle einen eklatanten Verstoß gegen die Vereinbarung seitens der Hamas dar. „Wir erwarten von der israelischen Regierung und den Vermittlern, dass sie unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um diese schwere Ungerechtigkeit zu korrigieren“, so das Forum der Geiselangehörigen.

Eitan Mor trifft seine Eltern Efrat und Zvika nach zwei Jahren in den Händen der Islamisten. Foto: IDF

Einav Zaungauker schließt ihren Sohn Matan (25) in die Arme. Sie war eine der schärfsten Kritikerinnen der Netanjahu-Politik. Foto: IDF
Am späten Nachmittag nannte die Hamas die Namen der vier Geiseln, deren Leichen am Abend übergeben werden sollen: Guy Illouz, Yossi Sharabi, Bipin Joshi und Daniel Perez.
Das Forum der Familien der Geiseln fordert die sofortige Aussetzung aller Vereinbarungen, bis alle Verstorbenen zurückgebracht worden sind. Die Verletzung der Vereinbarung durch die Hamas müsse von der Regierung und den Vermittlern mit einer sehr ernsthaften Reaktion beantwortet werden. „Eine Vereinbarung muss von beiden Seiten eingehalten werden. Wenn die Hamas ihren Teil nicht erfüllt, sollte Israel seinen Teil ebenfalls nicht erfüllen. Wir fordern die Rückkehr aller 28 Geiseln. Wir werden niemanden aufgeben, bis die letzte Geisel zurückgebracht worden ist“, heißt es in einer Erklärung des Forums.
Titelbild: Tausende jubeln auf dem Geiselplatz in Tel Aviv, als die Freilassung der Geiseln gemeldet wird. Foto: Dana Reany / Geiselforum