
Hamas lehnt Entwaffnung ab, hält Sicherheitskontrolle über Gaza weiterhin für ihre Verantwortung
JERUSALEM 19.10.2025 (LS) – Die Führung der Hamas erklärt offen, sie sei nicht bereit, sich vollständig zu entwaffnen — die Organisation sieht ihren Kontrollanspruch über das Sicherheitsgeschehen im Gazastreifen weiterhin als maßgeblich an.
Kein klares „Ja“ zur Entwaffnung
In einem Interview mit Reuters erklärte der ranghohe Hamas-Funktionär Mohammed Nazzal: „Ich kann nicht mit Ja oder Nein antworten. Ehrlich gesagt hängt es von der Natur des Projekts ab. Was bedeutet Entwaffnung? An wen würden die Waffen übergeben?“
Damit weist Hamas Forderungen zurück, im Rahmen eines Friedens- oder Waffenstillstandsabkommens die militärischen Mittel aufzugeben und einer anderen Instanz die Verantwortung für die Sicherheit zu überlassen. Der offizielle Sprecher betonte, die Organisation könne ihre bewaffneten Strukturen nicht einfach aufgeben.
Vermittlerrolle im Fokus
Die Hamas drückte in einer anderen Erklärung ihre Dankbarkeit gegenüber den Vermittlungsstaaten Ägypten, Katar und der Türkei aus, die in den letzten zwei Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Beendigung des Kriegs geleistet hätten.
Gleichzeitig mahnte die Terrorgruppe, dass nun insbesondere die Bildung eines „Community Support Committee“ (“Ausschuss zur Betreuung der Gemeinschaft”) abgeschlossen werden müsse, damit dieses Organ seine Arbeit zur Verwaltung des Gazastreifens aufnehmen könne.
Zu den noch nicht umgesetzten Punkten zählt laut Hamas die Öffnung des Grenzübergangs Rafah in beide Richtungen, der ungehinderte Zustrom humanitärer Hilfe sowie eine dringende Rekonstruktion von Wohnhäusern, Krankenhäusern, Schulen und Infrastruktur im Gazastreifen. Israel hat den Grenzübergang Rafah bisher noch nicht geöffnet, da die Hamas die Rückgabe der toten israelischen Geiseln verzögert.
Die Hamas macht die Kontrolle über den Sicherheitsapparat in Gaza zum Kern ihrer Verhandlungsstrategie: Eine Übergangsphase, bei der eine neue Sicherheitsstruktur außerhalb ihrer Kontrolle entsteht, komme für sie nicht in Frage. Die Führung sieht dies als Bedrohung ihres Einflusses und ihrer Rolle im Gazastreifen.
Israels Verhandlungsseite verlangt hingegen eine klare Entwaffnung als Bestandteil eines nachhaltigen Friedensabkommens,
Titelbild: Palästinenser kehren nach dem Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und der Hamas in ihre Häuser zurück, hier im Stadtteil Hamed in Khan Yunis im südlichen Gazastreifen, 18. Oktober 2025. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90